
(Eingang neuer Vapiano Ecke Silberburg/Schlosstraße.)
Wie auch schon auf diesem Blog passiert, ich weiß nicht mehr bei welchen Eintrag, kann man dieses Gastronomie-Unternehmen sicherlich in allen Punkten komplett in Frage stellen.
Man kann über die Qualität des Essens motzen, man kann über das Preis/Leistungsverhältnis diskutieren und man kann prinzipiell das System des Vapiano schlecht finden.
(Vapiano-System = italienischer McDonalds mit dem Image eines “Edelitalieners”, glauben zumindest manche Leute.)
Meine Meinung ist: Essen geht, ich nehme meistens den Salat mit Rindfleisch, Preis geht auch grad noch so für Mittagstisch, aber ich würde so weit gehen und zumindest den Laden in der Bolzstraße als komplette Fehlplanung abstempeln.
Dort hat man bekanntlich die Kartenausgabe/Kasse auf die Herdplatten gepflanzt und vielleicht auch nicht damit gerechnet, wie geil die Stuttgarter den Laden finden. Deswegen artet eine Mittagspause in Stauzonenstress aus, vergleichbar mit dem Pinar Döner an einem Samstag- oder Sonntagmorgen. Angeblich, so habe ich gehört, gibt es wohl keine Tages- und Abendzeit mehr, an der es im Vapiono eher gechillter zu geht. Immer Highlife. Ciao Bella!
Weiteres Problem, so geht es zumindest mir: Ist man mal bis zur Köchin oder Koch vorgedrungen, ist die Kommunikation unter den Abzugshauben eher schwierig oder ich taub. Ich muss jedenfalls immer laut nachhaken, was mein Gegenüber gerade gefragt hat (“Welches Dressing?” HÄ!?”), was öfters mal in einem halben Rumgeschreie endet.
Fazit: Anfangs war das noch eine ganz nette Alternative, aber mittlerweile benötigt man neben viel Geduld am besten noch eine Nahkampfausbildung, um sich sein einfaches Mahl zu sichern. So verfliegen Monate bis ich mich dahin verirre.
Das soll uns aber alles nicht davon abhalten den neuen Vapiano im Westen zu testen, der, meine ich, Mitte/Ende September an der Ecke Silberburg/Schlossstraße in unmittelbarer Nähe des Sutsche eröffnete.
Der erste Eindruck Vorort war “och sieht doch ganz nett aus hier ” (sag ich relativ oft und gern, man kann mich Interieur-mässig ziemlich leicht beeindrucken). Holztische und Bänke meets knallrote Sofalounge im Außenbereich.
Auch drinnen ganz nice & smooth, ein stimmiger Mix aus den typischen Vapiano Hochtisch-Einheiten und weiteren Sofaecken. Alles in allem wirkt die Filiale großzügiger, aufgeräumter, luftiger, stressfreier und etwas durchdachter.
Das liegt natürlich auch daran, dass man, nach dem man die Karte am Eingang erhalten hat, nicht sofort wie der Ochs vorm Berg vor der Kochstation steht. Das West-Vapiano ist quasi in einen Essensbereich und Kochbereich aufgeteilt, in dem man aber ebenfalls speisen kann.
Um zur Essensausgabe zu kommen muss man einen Kräutergarten durchqueren.

Frauen stehen angeblich voll auf Kräutergärten.
Gut, also Futter an mich ran. Am Herd war Gott sei Dank wenig los, nur beim Salat stehen vor mir zwei ältere Damen. Dauert alles in allem rund eine halbe Ewigkeit, die Nudeln meiner Freundin waren längst fertig, und ich musste auch mal wieder quer über den Tresen schreien. Aber ich war in guter Gesellschaft von DJ Hank und DJ Henster, die dort ebenfalls ein Päuslein einlegten.
Als ich dann mal sass war ich trotzdem fast genauso genervt wie in der Innenstadt. Die große Liebe wird das in diesem Leben nicht mehr. Aber na ja, das Essen war gut und somit würde ich nun alle paar Monate eher den West-Vapiano vorziehen, da es hier aufgrund des bislang noch geringeren Publikumsverkehr wesentlich ruhiger und entspannter zu geht. Aber mal gucken, vielleicht explodiert das ja noch.
Und nächste Woche testet der Papa endlich mal den Mittagstisch im Oggi. Der soll ja angeblich so gut sein. Und das Surrounding ganz vorzüglich.