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Oz

Mein erster Clubbesuch

Montag, 15. Februar 2010 // 14:35 Uhr // martin

Manchmal muss man auf ein Zeichen warten. Unterer Text steht seit über zwei Monaten in der Warteschleife und habe ich just an dem Tag geschrieben, als Thorsten mal wieder was vom Oz los gelassen hat, genauer gesagt war es frühzeitliche Oz-Flyer-Kultur. Irgendwas hat mich damals abgehalten, den Artikel frei zu schalten.

Kurz nach Thorstens Eintrag habe ich einen freundlichen Leser in der Corso Bar kennengelernt. Er meinte, ey, warum schreibt ihr so oft über das Oz? Ja, hm, wir sind da halt “groß” geworden. Auch er wäre viel im Oz gewesen.

Seither laufen wir uns ab und zu über den Weg, nächtens natürlich, und vergangenen Freitag im Transit hat er mir folgendes Märkchen überreicht:

Das fand ich natürlich total großartig. Noch großartiger ist es, dass 1992 auch das Jahr meines ersten Clubbesuchs war. Here we go.

1992 besuchte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Club, das Oz. Keine Ahnung, warum ich eines der wichtigsten Erlebnisse meiner Jugend noch nie aufgeschrieben habe, zum Beispiel auf der ersten Seiten im Sub Culture.

Ich wollte schon recht früh in die Disko. Problem: Das Alter. Problem zwei: Ich sah auch immer so aus wie alt ich war, eher noch jünger.

Sprich mit 15, ein Jahr bevor man also zumindest bis Mitternacht offiziell in die Disko darf, sah ich auch aus wie 15 (oder 14?). Mein Kumpel Oli z.B. sah mit 15 schon aus wie 21 und ist 95/96 locker mit ins Tier rein geschlappt, während ich mit 18/19 noch schön meinen Ausweis zeigen musste.

1992 war ich also 15 und wollte aber am Samstagabend (endlich) dringend etwas unternehmen. Meine Erlösung war der Pilla. Grüsse an dieser Stelle, ich hoffe es geht ihm gut. Er schleppte mich kurzerhand mit ins Oz.

Pilla war leicht älter, eine Art Frühstarter und Diskoking zugleich, und sah schon im Gegensatz zu mir sehr reif aus. Oz deswegen, weil man `92 dank “Das Boot” oder “James Brown is Dead” ein Faible für “Techno” hatte und einem der gerade Beat damals schon gefiel. Oder vielleicht auch weil Pilla wusste, dass der kloi Maddin da reinkommt.

[mehr nachm Sprung…]

Back in the days – Part 2

Freitag, 27. November 2009 // 9:50 Uhr // Thorsten W.

Eine Serie macht natürlich nur Sinn, wenn sie mehrere Teile hat – deshalb wird auch diese nach dem überaus erfolgreichen ersten Teil nun fortgesetzt. Bilder als Zeitdokumente des Stuttgarter Nachtlebens. Ahoi!

Part 2: Oz-Flyer 1992.
Man mag es kaum glauben, aber es gibt durchaus sinnvolle Gruppen bei Facebook. So wie die “Oz Stuttgart Memories”, auf die ich gestern gestoßen bin. Die hat (zum Glück?) nichts mit den “In memory of Oz”-Partys zu tun, sondern ist eine private Erinnerungsseite mit leider erst 103 Mitgliedern.

Aber eins der Mitglieder hat einen Stapel Oz-Flyer von 1992 eingescannt und eingestellt – das freut mich besonders, weil ich in dem Jahr das erste mal dort war. Und sicher auch bei der ein oder anderen Party, die hier zu sehen ist – auf jeden Fall waren Mate Galic, Dr. Motte und natürlich der Väth dabei.

Bei kessel.tv kommt ja immer wieder das Thema Oz auf, und diese Flyer sind wirklich eine coole Sache. DJs, die heute nicht mehr auflegen (Kid Paul), die heute keiner mehr kennt (Mate Galic) oder die gar nicht mehr leben (Mark Spoon). Zudem Eintrittspreise, über die wir heute nicht mehr diskutieren müssen (5-8 DM) und Layouts, die zum Teil wahrscheinlich mit Word gemacht sind.

Aber schaut selbst.

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Zeitzeugen gesucht: Die Oz Razzia

Mittwoch, 29. Juli 2009 // 17:34 Uhr // martin

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Heuer ist der Obrigkeit das Flatrate-Bechern ein Dorn im Auge, in den 90ern war es die Pillen-Pipeline. Das bekam in Stuttgart insbesondere zweimal der legendäre Techno-Club Oz zu spüren.

Just heute bin ich mit Journalist Jörg Rohleder in Kontakt getreten, ehemaliger Stuttgarter, der mit seiner Schreibe deutschlandweite Kreise zieht. Lehrjahre beim Focus, bis zu Redaktionsauflösung bei der Vanity Fair in Berlin, jetzt frei tätig und Aufträge für u.a. den Spiegel und Termine mit Eminem und so.

Momentan arbeitet Rohleder an “Coming Of Age”-Buch unter dem Arbeitstitel “Wir, die Kinder der dämlichen Neunziger Jahre”. Mal ganz abgesehen davon, dass die 90er total toll waren, schreibt Rohleder auch ein Kapitel, dass sich mit der Stuttgarter Clubkultur in den 90ern befasst.

Unter anderem kommt darin das legendäre Oz vor (heute Aer Club, davor P-Club), in dem zweimal große Razzien durchgeführt wurden, zum einen im Januar/Februar 1995 und irgendwann noch 1997.

Rohleder ist für seinen Roman auf der Suche nach Augenzeugen, die damals dabei live waren. Ich konnte ihm bereits ein wenig helfen. 1995 war ich dabei, wenn auch nur als “Zaungast”.

Wir waren, wie so oft samstags, im Oz und sind für einen Mitternachtssnack zu Mäckes. Als wir zurückkamen, formierte sich in dem Moment vor dem Eingang kreisförmig eine Armee an Cops und der Platz wurde tageshell von einem Spezialfahrzeug ausgeleuchtet.

So naiv wie wir damals waren, dachten wir zuerst, es handelt sich wohl um eine Bombendrohung. Aber nee, der Laden wurde bis in den letzten Winkel durchsucht und – so die Legende – auch unter dem DJ-Pult etliche Gramm Koks gefunden. (Die genaue Bilanz der Razzia weiß ich nicht mehr. Wurde jedenfalls als toller Erfolg verbucht.) Tröpfchenweise wurden die Gäste rausgelassen. Wir froren uns hingegen einen Ast ab. Es hatte unter 0 Grad und unsere Jacken hingen unten an der Garderobe.

Wer mehr Anekdoten zu den beiden Oz-Razzien hat, sprich wer war unten, wie ging es zu, wie war es vor allem 1997, einfach hier posten oder Jörg direkt unter jrohleder@gmail.com anschreiben. Er freut sich.

Check sein Portofolio, auch sehr spannend: www.derrohleder.de

Eine unheimliche Begegnung der burlesquen Art

Mittwoch, 19. November 2008 // 9:00 Uhr // Thorsten W.

Da steh ich letzten Freitag auflegend im aer Club, und denk so an früher zurück… Dass der Schuppen früher mal das Oz war, wo ich mich vor 16 Jahren in Techno und meine erste feste Freundin verliebt habe, The Shamen live gesehen und Sven Väth zugejubelt habe… Und dann läuft die Truppe vom Friedrichsbau Varieté ein, die an diesem Abend eine Kostprobe ihrer aktuellen Burlesque-Show zeigen will… Und wer läuft vorneweg und ist inzwischen, wie meine Recherchen ergeben haben, künstlerischer Leiter des Varietés und Regisseur der Show? Ralph Sun! Der vor 16 Jahren irgendwas im Oz gemacht hat, deshalb damals meinen Bruder abgeknutscht hat, weil er ihn wegen der gleichen Frisur für seinen Kumpel Sven Väth gehalten hat, der im Delirium gearbeitet hat, als es in der Vogelsangstraße war, und der später zusammen mit Nick Reiff als “Bloom of Gutter” das Aquarium im Nexus 6 mit für damals unverschämt cooler Mukke aber mit mangelndem Mixtalent beschallt hat… Tja, so sieht man sich wieder – und die Show im Friedrichsbau Varieté muss ich mir glaub echt angucken!