Posts tagged as:

Magazine

Merian 1983

Dienstag, 19. Januar 2010 // 18:00 Uhr // martin

Ebay ein Euro: Hab nen Merian von 1983 geschenkt bekommen. Wonderbar. Der fliegt zwar fast auseinander, enthält aber jede Menge schöne Bilder und geschärfte Berichte über uns Schwaben bzw. Stuttgarter.

Da wäre der klassische Overview aka Fjuuh.

Die Königstraße…

Die Königstraße mit Hotpants:

Natürlich se Wasen:

Das Neue Lusthaus sieht damals wie heute gleich aus. Heute mehr Gerüst.

Die Oper…

Die damalige Rave-Jugend im Schlosspark bei der Afterhour…

An ein Schwimmbad oben im Breuninger kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern, wäre aber auch heute noch cool.

Und dann noch der Schlossplatz als Centerfold.

Spätestens jetzt müsste der Ante eigentlich einen Orgasmus bekommen haben.

Fast noch besser gefallen mir die Anzeigen:

“Schwenken Sie ihn mit Bedacht.” Könnte auch aus einem Softporno-Drehbuch sein. Könntest Du ihn bitte erst mit Bedacht schwenken und dann etwas wilder?

Oder hier meine Lieblingsanzeige:

Oben rechts über dem Schmuck steht folgender Text:

Ich war überrascht. “Weißt Du noch,” fragte sie, “als Du mich batest, für immer bei Dir zu bleiben? Es war das einzige Mal, daß ich Dich ein wenig verlegen sah. Du schenktest mir einen Diamanten…” “Es war mein dauerhaftester Erfolg,” lächelte ich. “Ja”, sagte sie, “für immer!”

Jonger! Das sind die Zweizeiler, die man richtig dick abrechnet. 1983 hätte man Werbetexter sein müssen.

Natürlich sind die zwei Stuttgarter Automobilhersteller auch vertreten. Mercedes haut mit einer Doppel-Seite rein:

Auch ein Killerspruch. Muss ich mir merken beim Geschäftle machen. 190er auf jeden Fall Hammerkarre. Würde ich nie fahren. Aber solides Ding.

Porsche musste damals wohl sparen und konnte sich vielleicht keine Doppelseite leisten. Man setzte auf, ähm, Understatement.

Das abgebildete Modell hab ich auch nie gemocht. Auto für Detektive und Luden.

Und zu guter Letzt auch schon 1983 ein Riesenthema: Die Fensterglasbrille.

Sehen heute nicht viel anders aus die Nerdgestelle oder?

Unsere Magazine II

Mittwoch, 6. Januar 2010 // 15:13 Uhr // Jana

Heftchen raus! Der RAM hat angefangen seine Magazine vorzustellen und ich folge seinem Beispiel heute. Ganze zwei Magazine habe ich aktuell im Abo, nämlich die beiden. Ab Januar folgt (danke Christkind) noch die InStyle. Dazu kommen dann noch acht Fachmagazine, die ich seit Längerem im Abo habe (IWB, W&V, PR Report,…), aber die möchte ich euch an dieser Stelle im Detail ersparen.

Also Vogue und Manager Magazin: Preise für eine ausgefallene Lektüre gewinne ich damit nicht, das ist mir klar. Ich steh dazu. Wenn ich was über Wirtschaft lesen will, dann lese ich ein Wirtschaftsmagazin. Ich brauche keine Wirtschaft für junge Leute oder Wirtschaft speziell für Frauen oder whatever.

Ich liebe das MM – oder wie ich es nenne: Das Feuilleton der Big Bosse. Alle aktuellen Wirtschaftsthemen herunter gebrochen auf Personen (wir wissen ja, so versteht man das leichter) und mit Vergleichen und Beispielen gespickt, dass man auch in der U-Bahn folgen kann.

Die Vogue, da gibt’s einfach gar nichts, ist bei den Modemagazinen das Maß der Dinge. Manche regen sich über die viele Werbung auf, dabei ist die ja auch schon bewunderswert für eine Vogue-Leserin, manche ärgern sich über die unbezahlbare Mode, die abgebildet wird.

Ich sehe das pragmatisch. Ich schaue mir das einfach gerne an, muss es ja nicht gleich kaufen. Schließlich spaziere ich auch lieber über die Gänsheide als durch Hallschlag.

Vogue lesen bringt einem keinen wirklichen Mehrwert, außer Entspannung. Das ist wie Pralinen essen… oder so.

Vor der Vogue habe ich lange die Glamour gelesen, bis ich das einfach sein lassen musste. Das Magazin – Conde Nast wird es mir verzeihen, ich bin ja der Familie treu geblieben – finde ich nur noch Mist. Shopping Week, Must-Have des Monats?! Ich zahle doch nicht dafür, um mit der primitivsten Form der Produkt-PR penetriert zu werden.

Außerdem lese ich liebend gerne Klatsch-Magazine. Ja, das ist auch primitiv, aber im 6-Uhr-Flieger bin ich zu gar nichts anderem in der Lage. So ist das halt.

Einzige Bedingung: Richtige Stars, nicht diese deutschen Casting-Reste. Ansonsten bin ich da ziemlich flexibel: IN, OK, Intouch, Life & Style, Gala – quer durch die Verlage, da kann jeder mal ein Geschäft mit mir machen.

Ich brauche ein solches Heft, wenn ich in den Flieger steige. Das gehört zum Frühstücksbomber, wie der labbrige Löskaffee. Ich hab’s mit den intelektuelleren Heften versucht- Missy Magazine, Emma, neon (ist das wirklich besser?!) – macht kein Spaß. Dann kann ich gleich zu einem der acht Hefte greifen, die ich oben kurz angeschnitten habe.

re.flect Ausgabe Winter 2009/2010

Dienstag, 15. Dezember 2009 // 11:53 Uhr // martin

Das neue re.flect ist seit ein paar Tagen draußen. Wenn ich mich nicht täusche ist das doch der Herr Wochenende uffm Cover oder?

untitled

Wie immer viel drin, besonders witzig die Talkrunde mit der Rave-Szene um Busy, Denson, Super Super, Robin T oder besagtem Mr. Weekend.

Auch wir dürfen wir gewohnt nach wie vor eine Seite beisteuern. Ich befasse mich dieses Mal ein wenig mit dem Bloggen an sich und so. Here we go:

In der letzten Ausgabe hat Mia auf ihrer Überding-Seite in diesem Magazin über das „Leben einer Bloggerin“ berichtet. Der Beitrag war freilich nett geschrieben, bloss inhaltlich entspricht er nicht ganz dem was ich unter „bloggen“ verstehe. Zum Beispiel schreibt sie: „Pass auf, was du tippst, denn jedes Wort wird gegen dich verwendet.“

Auch wenn das wahrscheinlich von Mias Seite etwas scharf und übertrieben formuliert wurde, ist für mich „bloggen“ genau das Gegenteil. Ich bin froh, dass ich gerade auf kessel.tv nicht auf jedes Wort achten muss. Das muss ich nämlich schon bei meinen anderen Schreib-Jobs, welche Gas, Wasser, Scheiße bezahlen.

Für uns ist das ein Ausgleich. Viele Blogger bloggen nur, drücken sich nur in dieser Form vor einer mehr oder weniger vorhandenen Öffentlichkeit in Worten aus.

So entsteht ein grundlegendes Problem von manchen Blogs, also wenn man von Problem sprechen kann, und das ist wirklich überhaupt nicht böse, kritisierend oder wertend gemeint: Sie versuchen zu cool zu sein. Sie haben Angst vor Fehlern.

Ich meine keine Rechtschreibfehler, die gehören ja irgendwie (leider) dazu. Ich meine inhaltliche Fehler. Angst vor falschen Schritten, die den Blogger ins falsche Bild rücken könnten. „Hm, meinsch das kommt jetzt an? Ist das jetzt auch wirklich hipp in unserer Jutesack-Welt?“

Ich habe mir von Beginn an gesagt, sobald mir solche oder ähnliche Gedanken kommen, höre ich auf. Du musst das Zeug einfach ungefiltert heraus donnern. Das muss straight from the Bauch kommen. Gar nicht darüber nachdenken, einfach in den Editor reinhacken. Oh mich drückts schon wieder, raus damit! Oder: Hammerthema, Post, fertig!

Es kann sein, dass du das, was du gestern geschrieben hast am nächsten Tag schon wieder dämlich findest. Aber für diesen Moment war es perfekt.

[mehr nachm Sprung…]

Unsere Magazine

Dienstag, 24. November 2009 // 10:16 Uhr // martin

spex_debug_lodown

Ich bin ein ziemlicher Magazin-Typ und blättere alles durch was mir zwischen die Finger kommt. Regelmässig gekauft werden aber nur die oberen drei und das seit weit über 10 Jahren.

Früher waren es etwas mehr. Da hatte ich immer noch die Groove am Start, ist aber sehr selten geworden, dass ich mir die mal hole. Wir haben uns grundlos auseinandergelebt. Vielleicht aber auch, weil sie eine Weile lang arg verkopft geschrieben war.

Um die Jahrtausendwende habe ich eine zeitlang die Style and The Family Tunes gekauft, weiß aber gar nicht mehr, ob es die noch gibt. Mit Männermagazinen, wie neulich dem, äh, Business Punk hieß es, kann ich traditionell wenig anfangen, ebenso mit Heften der Kategorie Blond (heißt heute Blonde), sprich bissle Stars, bissle cool, bissle iPhone. So eine spannende Redaktion machen heutzutage auch nicht wenige A6-Magazine.

Die vielgelobte Neon z.B. ist mir ebenfalls fremd geblieben, was vielleicht an dem wilden Themen-Mix liegt. Nach bedrückenden Dritte-Welt-Minen-in-Kambodscha-Storys folgen Geschichten wie: “Nach 10 Jahren Schluss? Bums dir das Hirn raus – jetzt! 100 todsichere Abschlepptipps von der Neon Redaktion.” Also so ungefähr. Ich bleib dann mal nerdy.

Über den Sinn und Unsinn vieler (Musik)Magazine wird ja gerne mal gestritten – oder auch nicht mehr. Für nicht wenige sind das längst Relikte aus der Vergangenheit. Ich gehöre aber zu den Menschen, bei den Musikjournalismus noch funktioniert bzw. schon immer funktioniert hat.

Heißt, spricht mich z.B. eine Rezension an, höre ich in die Platte rein und kaufe sie mir gegebenenfalls. Oder schreibe mir Veröffentlichungen raus, die ich mir in der nächsten Zeit kaufen will. Vielleicht bin ich ein altmodischer Typ.

Das war schon zu Frontpage-Zeiten so, aus der 1997 die De-Bug, zunächst im Zeitungsformat, hervorgegangen ist. Zu Schulzeiten hatte ich einen Techno-Kumpel, der hat mich immer gefoppt: “Ach, die Platte hasch nur wieder gekauft, weil sie der Bleed/Triple R gut fand – 7 Kringel für das langweilige Gefurze!” So ging das früher.

Ansonsten gibt es zur De-Bug nicht mehr viel zu sagen. Seit über 10 Jahren top, egal ob als Zeitung oder Magazin, angeblich oftmals kurz vor der Pleite, wie man so hört, aber ich bleibe treu und lese jede Ausgabe von vorne bis hinten durch. Beschte Heft für stark kurzsichtige Brillenträger mit riesigen Geheimratsecken.

Die gute alte Spex sacke ich glaube auch schon seit 96/97 ein. Vor einiger Zeit hat man die Redaktion mehr oder weniger komplett ausgetauscht, ist von Köln nach Berlin gezogen und es gab ein Grundsatz-Riesengeheule. Für mich hat sich aber schnell rausgestellt: Endlich mal ein Umzug nach Berlin, der auch mir was bringt.

Einige Jahre lang vor dem Bruch war die Spex nahezu unlesbar und repräsentierte fast ausschließlich Bands mit denen ich wirklich überhaupt gar nichts mehr anfangen konnte (Gitarre galore).

Die “neue Spex” erscheint im zweimonatlichen Rhythmus und hat wieder bissle mehr Musik drin, die ihre Basis im Club hat und reißt dabei auch öfters mal Künstler an, die ich nicht so richtig auf dem Schirm hatte – ja gut, und Robbie aufm Cover. Passiert. Ach und die eingebeppten CDs sind seit Jahren eigentlich ganz gut.

Von der Lodown komme ich zu guter letzt auch nicht los. Und 6 Euro für mehr oder weniger einmal durchblättern ist ein stolzer Preis. Aber ein Abend lang Lodown durchblättern ist ein wenig wie Wellness. Und hab das Gefühl, hier Geschichten serviert zu bekommen, die ich woanders nicht kriege. Leider komme ich manchmal mit meinem Guido-Englisch nicht ganz durch, kann mich aber dafür an den meist guten Fotos erfreuen.

So, und nächste Woche stellt unser Außenreporter Wendy, Bravo und den Heimwerkerhans vor.

Nido

Mittwoch, 21. Oktober 2009 // 8:58 Uhr // Thorsten W.

nido1

nido2

Martin hat sich ja neulich als Business Punk mit passendem Lieblings-Magazin geoutet. Ich fühl mich da jetzt nicht so angesprochen. Lifestyle-mäßig hatte ich eine ganze Weile Neon abonniert. Aber, was soll ich sagen – Studium oder nicht, zusammenziehen oder nicht, Kinder oder nicht, Praktikum oder nicht – über die Themen bin ich einfach raus.

Umso schöner, dass der Neon-Erfinder Timm Klotzek sich was Neues ausgedacht hat: Nido, das wie Neon im Stern-Verlag erscheint. Das heißt glaube ich sowas wie “Nest” und richtet sich an junge Eltern mit Kindern bis 6. Bingo, da lieg ich doch (gerade noch) mitten in der Zielgruppe.

Vor nem halben Jahr gab’s schon mal ne Nullnummer von Nido, die ich schon ganz gut fand, und auch das zweite Heft für dieses Jahr, was gerade erschienen ist (ab März kommt’s dann monatlich) gefällt mir nach dem ersten Durchblättern ziemlich gut.

Magazine und Zeitschriften les ich immer in mehreren Durchgängen. Erst mal von vorne bis hinten angucken und besonders interessante Artikel gleich lesen. Dann in einem zweiten Durchgang weitere Artikel lesen. Der Spiegel braucht bei mir meistens 2-3 Durchgänge, je nach Ausgabe und Zeit können es auch mal 5-6 werden.

Inhaltlich wird in Nido im Prinzip eine Frage beantwortet, die in Neon wahrscheinlich noch in 10 Jahren gestellt wird: Ja, es ist gar nicht so schlimm Kinder zu haben. Aufbau und Bildsprache erinnern natürlich schon stark an Neon, interessanterweise an das Neon vor dem großen Relaunch, aber das passt schon alles.

Fakten, Reportagen und Reiseberichte wechseln sich ab und die obligatorischen Musik-, Bücher- und Filmtipps sind originell nach der Zeit unterteilt, die man mal ohne Kinder hat.

Das Schöne ist, dass die üblichen Kinderwagen-, Babybrei- und Familienkutschen-Tipps, die man in der “Eltern” im ersten Jahr noch gern mitnimmt, irgendwann aber nur noch nerven, weitgehend fehlen oder zumindest erträglich verpackt sind.

Also, thumbs up für Nido – nur weiß ich leider nicht, was ich lesen soll, wenn mein Kleiner nächstes Jahr 7 wird.

Business Punk

Montag, 19. Oktober 2009 // 15:40 Uhr // martin

Business Punk Cover

Bild 2

Bild 1

Bild 3

Männer! Ihr wisst es vielleicht schon, aber für uns es gibt seit letzten Donnerstag drei neue Magazine: Gala Men, Business Punk und Beef!. (einself, schreibt sich wirklich mit Ausrufezeichen.)

Bist dato haben mich Männermagazine, also die normalen nicht-pornographischen, so mit Wellnesstipps und so, nicht sonderlich interessiert. Mens Health und FHM finde ich irgendwie gruselig. Aber von den neuen musste ich unbedingt eines abchecken, weiß Gott warum.

Gala Men mit Britt Pitt uffm Cover schied schon mal kategorisch aus (Gala Men! Alter!) und auch wenn ich überzeugter Fleischesser bin war mir Beef! dann doch zu blutig.

Außerdem twitterte der gute Strachi auf Facebook, momentan im Zug nach irgendwo Business Punk zu lesen. Da dachte ich mir, okay, du musst mit den Großen der Stadt mithalten und griff also am Kiosk zu Richard Branson auf dem Cover. Die Titelstory “Sexy Sekretärin” klang freilich auch verlockend.

Darüber hinaus lautet der Business Punk Schlachtruf “Work hard. Play hard.” Will heißen, die käsköpfigen Softis von der Kessel-Crew liegen quasi mitten im Zentrum der Zielgruppe. Also wir sinds, die Zielgruppe. Ich denke der dauerkranke Krupa und der bleiche Außenreporter haben sich schon das Abo gezogen. Bei Thorsten bin ich mir unschlüssig. Und wie man Frauen ins Bett kocht (Beef!) wissen wir freilich auch schon lange.

Die erste Hürde ist allerdings der Preis – 6 Tacken! Jongervadder, kurz geschluckt und dann eingepackt. Das Editorial erklärt wo es lang gehen soll: “Wir machen ein Magazin für alle, die etwas bewegen und Erfolg haben wollen. Für die ein Job mehr ist als Job, weil er ihr Leben definiert und sie antreibt…. Für die Uhrzeiten nur eine Art Richtungsgeschwindigkeiten sind und Schlaf ein notwendiges Übel, weil sie nach Büroschluss mit Kollegen und Freunden feiern.”

Aight. Das bin ich. Voll und ganz. Eine arbeitssüchtige Schnapsdrossel am Montagabend.

Im Anschluss bekommt eben man allerhand Geschichten von echten, mehr oder weniger unkonventionellen (reichen) Machern serviert. Angebliche Business Punks, wie z.B. Microsoft Oberheini Steve Ballmer, der schon mal nach einem seiner Spackauftritte seine Simmbänder operieren lassen musste. Oder wie Facebook Gründer Zuckerberg sich mit Google ein Rennen um die Zukunft des Internet liefert. Die Richard Branson Geschichte habe ich noch nicht gelesen. Den Punk muss man auch manchmal suchen.

Die Geschichten, die ich mir bislang zu Gemüte geführt habe, sind allesamt etwas langatmig. Und irgendwie doch nicht so spannend. Zwei Reporter starten einen Selbstversuch wie es ist 24 Stunden zu arbeiten. Das soll angeblich cool sein, habs aber nicht zu Ende gelesen. Mal gucken, wenn ich heute Abend mehr Zeit habe.

So kann ich auch kein ordentliches Gesamturteil abgeben. Ich vermute allerdings, dass dem durchaus akzeptabel gelayouteten Mag bald der Content ausgeht. Die ganzen globalen Big Shots inklusive Obama hat man bereits in der ersten Ausgabe abgehandelt.

Positiv fällt mir allerdings auf, dass man mehr oder weniger auf den ganzen (teuren) immergleichen das-kannst-du-nein-musst-du-kaufen-um-cool/dabei/hip-zu-sein-Quatsch verzichtet.

Interessant ist vielleicht noch der Hintergrund der drei neuen Magazine. Die stammen nämlich alle aus dem Hause Gruner & Jahr und sind im Rahmen eines Ideenwettbwerbs ausgeknobelt worden. Warum man aber gleichzeitig mit drei Männermagazinen auf den Markt geht? Vielleicht um den Kunden Anzeigenbundles verkaufen zu können.

Weitere Randnotiz: Das Konzept von Business Punk wurde von der Ex-Stuttgarterin Anja Rützel entwickelt. Die verdiente ihre ersten Sporen beim LIFT, ging dann zur Sonntag Aktuell und anschließend zur Financial Times Deutschland. Jetzt lese ich mir mal ihre Story “Zur Sache, Kätzchen” durch.

www.business-punk.com

Kessel.TV im aktuellen Focus

Freitag, 16. Oktober 2009 // 14:29 Uhr // martin

Zum Thorsten sag ich ab und zu ganz gerne: “Jetzt hammers gschafft!” Unser kleiner Blog wird in der aktuellen Ausgabe des Focus erwähnt. Auch wenn ich kein Focus-Leser bin und es sich lediglich um eine kleine Randnotiz handelt, erfüllt uns das freilich mit Stolz.

focus_kessel_cover_2

In einem Artikel gehts um das Stuttgarter Nachtleben…

focus_kessel_2

Alles ganz nett soweit, eingangs werden halt die typischen Anti-Stuttgart-Sätze gedroschen.

“Also, die Ausgangslage ist klar. Stuttgart ist langweilig, totlangweilig. Die Bewohner klappen abends die Bürgersteige hoch – vorher haben sie allerdings noch die Kehrwoche absolviert… Die Bürger der Landeshauptstadt müssen ja ausruhen, damit sie am nächsten Tag wieder “ins Gschäft” gehen oder am Wochenende ihr “Gärtle” oder  ”den Daimler” pflegen können.”

Das steht da wirklich. Also ich lüg euch nicht an.

Der Redakteur isst im Oggi, stiefelt ins Waranga, zum Hans im Glück Brunnen, später auf die Theo und dann rüber ins White Heat. “2.20 – Schowi legt auf”. Ja und dann, dann kommen wir.

focus_kessel_3_gut

Ich weiß gerade noch nicht ob sich die Sätze: “Der Anspruch ist durchaus intellektuell-experimentell. Wer´s härter und lauter mag, muss weiterziehen” auf uns beziehen oder das White Heat. Ich vermute stark auf die Galerie. Oder beides. Wie Thorsten gerade meint. Äh hä.

Wie und warum wir zu dieser Ehre kommen weiß ich nicht, vielleicht hat ja mein alter Freund Schowi dem Schreiber den Hinweis gegeben. Wie es auch immer war, wir danken vielmals und nageln uns das Heftle an die Wand.

Ach und wenn jetzt einer meint, “Mensch, das müsstet ihr doch schon seit Montag in eurer Webstatistik gemerkt haben!” Nein, haben wir nicht. Ein alter Kumpel aus München hat mich heute drauf hingewiesen. “Congratz zur focus erwähnung.”

Happy Birthday re.flect

Donnerstag, 8. Oktober 2009 // 9:47 Uhr // martin

Zum anderen feiert die Wurzel meiner wahnsinnigen Schreiber-Karriere ihr 10jähriges:

10_jahre reflect

Das hätte ich vor 10 Jahren ja nicht geglaubt, als damals aus dem Mehrflyer das re.flect wurde. Zu der Zeit war ich schon ein paar Monate mit im Boot und schrieb ein paar Partyankündigungen für den Mehrflyer. Nebenher verteilte ich für den Laden Flyer, wie ich mal erzählt habe.

Man guter Freund Olsen hat mich dem Matthias Hauber empfohlen, und ich weiß bis heute nicht warum Olsen meinte, ich könnte mich da irgendwie schreiberisch einbringen. Ich habe davor nie irgendwo irgendetwas geschrieben.

Aber das machte Fun und im Sommer 1999 hatte der Matze dann die Idee aus dem Mehrflyer etwas mehr rauszuholen. Ich brach zu selben Zeit mein Studium ab und bekam den Segen und Freischein von meiner Mutter, in dem sie die wohl wichtigsten Worte meines Lebens sprach: “Martin, egal was Du machst, ich weiß du wirst deinen Weg gehen.” Eltern können ja auch durchaus anders reagieren, wenn man sein Studium hinwirft.

Tja, seitdem bin ich von Beruf Abitur, habe bis heute nix gelernt und mich erstmal beim Hauberle im Bebelstraße-Keller etwas durchgeschlagen. Unter anderem hatten wir auch mal einen lustigen Wasserrohrbruch.

Während meiner re.flect-Zeit hat mich nicht nur mal der Uwe Reiser zur Brust genommen, einer der 20 wichtigsten Stuttgarter, und mir versucht zu erklären wie wichtig doch die Perfect Lovers für das hiesige Nachtleben sei, nachdem ich darüber ein, zwei Schabernack-Sätze zu viel geschrieben habe.

Nein, nicht nur das, in der Zeit sind Freund- und Seilschaften entstanden, die auch heute noch funktionieren. Da wäre zunächst Graphiker Willy Weed zu nennen, der auch hier fleißig kommentiert und mittlerweile unter dem Namen Frischvergiftung ein viel gebuchter Visual-Artist ist.

Zusammen haben wir uns damals die Nächte um die Ohren geschlagen, Heftles gemacht, ich hab zwischendurch mal auf einer Gartenliege gepennt, während Willy fertig gelayoutet hat  und bin dann frühmorgens zur Drucke hoch gefahren um die Daten abzugeben. Viel gelernt in der Zeit, aber alles Dinge, die ich nie wieder machen will.

Zum anderen natürlich unseren Thorsten, damals in seiner Funktion als Pressepromoter bei Four Music. Er hatte übrigens keinen schweren Job, denn er musste meist einfach nur gute Produkte an den Mann bringen, wie ich mal anmerken muss ;) . Ich mein, über Releases wie FK live oder Fanta 4 Unplugged schreibt man gerne.

Und nicht zu vergessen unser aller Idol Mario “Kutmaster” Krupa, der schon damals so war wie heute, sprich bruddelig und stark hypochonderisch – aber noch nicht so ein riesiger Fan von Wolfgang Schäuble.

Außerdem hat er mir in der Zeit mal ein Date weggeschnappt. Das war so:  Ich hab mich mal mit einer Dame von DASDING nach der Arbeit getroffen und irgendwie war zufällig auch der Krupa in der Gegend. Der sah das Mädel und stiess prompt ganz unverfroren dazu und ich hab den Krupa nicht mehr los bekommen. “Och, da komm ich doch glatt auch noch mit.”

Das Ende vom Lied war, dass sie den Krupa steiler und geiler fand als mich – klar cooler Graphiker schlägt Brillenschlange-Schreiberling – also hab ich mich irgendwann verkrümmelt. Das habe ich bis heute nicht verkraftet, Kollege!

Da das Verhältnis zwischen re.flect und mir auch nach meinem Abschied vor langer Zeit über die Jahre hinweg immer cool war, haben sie uns bekanntlich eine kessel.tv Rubrik angeboten und lassen mich nun auch auf der Jubiläumsparty am 24.10 in der Suite auflegen.

reflect_paddy

Ich freu mich auf die Party und verdrücke derweil an dieser Stelle eine Träne, wenn ich an meine ersten Schritte denke. Alles Gute.

New re.flect out now

Montag, 3. August 2009 // 17:34 Uhr // martin

reflect_0409_cover-400x600

Das neue re.flect liegt all over aus und wir sind drin. Genauer gesagt hat der Thorsten ein kleines Best-of-Comments der letzten 12 Monate zusammengefasst.

kessel_0409.indd

Plus ein Interview mit Jan Delay (neues Album im August), Fotoshooting mit Ballettänzern (wo war ich da?), die drei Damen von Überding, many News, much Infos und wie immer ein motziger Lukas. Kerle, Ikea ist nicht schlimm.

Wo war eigentlich re.flect beim 7000Töne Cup? Wahrscheinlich im Trainingslager eingeschlafen.

Fuck Off Fensterglas

Dienstag, 2. Juni 2009 // 15:29 Uhr // martin

Das neue re.flect ist draußen und wir haben wieder neben Uberding eine Seite bekommen. Den Beitrag wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. Ich habe meinen ganzen Mut zusammengenommen ;)

reflect_0309_webcover

Die Rede ist von Fensterglasbrillen alias überdimensionierte Hornbrille in einem schrecklichen Braun (gerne auch ein Kassengestell mit einem Durchmesser von circa 30 Zentimetern) als total schickes Modeaccessoire.

Ist freilich nicht der neueste Schrei und in Berlin wahrscheinlich schon längst (mal) wieder durch die Zahnspange ersetzt worden, aber bei uns an diversen, so genannten angesagten Plätzen immer wieder gerne gesehen, hauptsächlich getragen von Modemagazin-Opfern oder natürlich von dem hier:

J151643511

Liebe Hype-Schlangen, nehmt mir das bitte nicht für übel oder gar persönlich, aber das ist ein absolut unsäglicher Trend und definitiv diskriminierend gegenüber wirklichen Brillenträgern, die auf ihre Sehhilfe angewiesen sind!

Versteht ihr, ich bin SEHBEHINDERT. Und die Betonung liegt eindeutig auf behindert! Ich bin massiv kurzsichtig und zwischenzeitlich hat mein Gebrechen ein wirklich unlustiges wie unfashionmässiges Negativausmaß von sieben Dioptrien angenommen.

[mehr nachm Sprung…]