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Kino

Sie sind wieder da: SATC 2 Vorpremiere

Donnerstag, 27. Mai 2010 // 11:00 Uhr // Jana

Gestern lief in fünf Stuttgarter Kinos parallel die Vorpremiere von SATC 2

Was haben wir gewartet und uns ganze zwei Jahre mit alten Staffeln und dem ersten Kinofilm über die Dürre hinweg geholfen. Gestern war es dann soweit: Es ist wieder Sex and the City. Das Leben dreht sich für 2 Stunden 20 um Louboutins, Diortaschen, jede Menge Drinks und Frauenfreundschaften. Die weibliche Welt teilt sich wieder in Team Big und Team Aidan.

Um 20 Uhr treffen wir uns zu sechst auf den obligatorischen Prosecco davor. Die Idee haben von Waranga über Vapiano bis zum Cafe le Theatre einige. Single-Jungs: Das wären gestern euere Plätze gewesen! Aber heute Abend habt ihr eine zweite Chance.

Im Gegensatz zu uns halten sich die meisten Mädelscliquen an die Viergruppe. Sind eben alle gern ein bißchen SATC. Dementsprechend sind viele High Heels, Ansteckblüten und kleine Party-Kleidchen im Kino unterwegs. Und Prosecco gratis gibt’s am Eingang auch nochmals.

Zum Film selbst will ich jetzt nicht so viel verraten (hier gibt’s den Trailer), nur vielleicht ein paar einzelne Anmerkungen:

- Im Vorhinein wurden einige Gerüchte gestreut, was denn so alles passiert. Vieles davon passiert dann doch nicht. Es lebe die PR-Maschinerie.

- Sarah Jessica Parker trägt in jeder zweiten Szene Halston Heritage, bei denen sie ja neuerdings als Testemonial-Schrägstrich-Codesignerin tätig ist.

- Mercedes hat sich auch mal wieder nicht lumpen lassen und ordentlich Product Placement betrieben. Genauso Blackberry (ja! Carrie wiedersteht dem iPhone), Louboutin (die filmen im Ernst die Sohlen ab) und Dior (Charlotte trägt jede Diortasche der aktuellen Kollektion einmal durch’s Bild).

- Connecticut? Abu Dhabi? Wo zum Teufel ist New York?

- Cynthia Nixon hat sich wohl beschwert, dass sie immer die schlechtesten Kleider an hat. Für die Schwulenhochzeit hat ihr Patricia Field dann wirklich ein klasse Kleid gegeben.

- Samantha wird alt.

- Yeah! Big schaut auch gern fern im Bett. Wusste ich es doch: Traummann!

- Vier Maybachs aber keine getrennten Schlafzimmer?

- Carrie hat neue Möpse.

Nach dem Film wurde natürlich stark kontrovers diskutiert, zum einen zwischen Team Big und Team Aidan, zum anderen über den Film an sich.

War er denn nun gut? Es geht so. Viele der alten Witze und charakteristischen Eigenschaften wurden im zweiten Kinofilm sehr überspitzt. Am schlimmsten trifft es Samantha, die vom sexy Vamp zur Parodie einer Nymphomanin verkommen ist. An vielen Stellen blitzt anstatt provokanten Dialogen der pure Slapstick. (Charlotte fällt ernsthaft vom Kamel!)

Aber es ist nicht zu leugnen, dass die zwei Stunden und 20 Minuten wie im Flug vergingen. Außerdem wäre zuviel Handlung auch überflüssig, wir konzentrieren uns ja auf die Klamotten.

Und der Film bietet den perfekten Rahmen für einen Mädelsabend. Genau das soll er wohl auch sein. Der ganze Film ist eine Hommage an die Frauenfreundschaft, eigentlich eine Hommage an Frauen im Allgemeinen: Mütter, Ehefrauen, muslimische Frauen, Teeniestars und Frauen in den Wechseljahren. Wir sehen und bei SATC 3!

Sex In The City 2 läuft ab heute in drei Milliarden Lichtspielhäusern, unter anderem natürlich in den Innenstadt Kinos (in digitaler Projektion)

Filmtipp (4): Lars und die Frauen

Samstag, 24. April 2010 // 15:23 Uhr // martin

Volker heute mit einem Film, den ich immer anschauen wollte, aber dann doch verpasst habe.

Nach dem Ausflug nach Österreich heute ein amerikanischer Film: “Lars und die Frauen” von Craig Gillespie, wobei mir der englische Titel “Lars and the Real Girl” viel besser gefällt.

Das ganze ist eine Coming-of-Age-Komödie der anderen Art: Neben dem männlichen Hauptdarsteller Ryan Gosling (Lars) spielt die weibliche Hauptrolle eine lebensechte Sexpuppe (Bianca). Da könnte man jetzt sagen: “Ok, alles klar. Sexpuppe, so ein Quatsch. Bloss nicht anschauen. Die Art von Humor hatten wir mit American Pie usw. ja wirklich genug.”

Aber weit gefehlt. Vielleicht kein krachendes Feuerwerk an Humor, aber dem Film gelingt es den platten Witzen auszuweichen und statt dessen aus einer ziemlich absurden Idee eine liebenswerte Geschichte zu entwickeln, die auch ein paar wirklich gute Lacher hat.

Lars Lindstrom lebt in der Garage des Hauses, das er und sein Bruder Gus von ihrem Vater geerbt haben. Alle (Verwandte, Nachbarn, Bekannte, Arbeitskollegen und Mitglieder seiner Kirchengemeinde) mögen Lars wirklich gerne. Er ist ein überaus liebenswerter und empathischer Zeitgenosse, aber fürchterlich schüchtern und zurückhaltend.

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Filmtipp (3): Der Knochenmann

Sonntag, 4. April 2010 // 17:55 Uhr // Thorsten W.

Unser Filmexperte Volker zum Dritten.

Nachdem Thorsten hier meinte, man könnte ja auch mal was mit Büchern, heute mal ein Filmtipp, der eine Literaturverfilmung ist.

Die Vorlage hat der österreichische Schriftsteller Wolf Haas geschrieben. Er hat den Privatdedektiv Simon Brenner erfunden und sechs Romane mit dieser Figur verfasst. In der Zwischenzeit sind “Komm, süßer Tod”, “Sillentium!” und eben “Der Knochemann” mit dem Kabarettisten und Schauspieler Josef Hader als Brenner verfilmt.

Der Josef Hader ist auch auf Kessel.TV kein ganz Unbekannter. Die Filme halten sich nur lose an die Vorlage und sind ähnlich absurd wie Haders Bühnenprogramm. Denn die Adaption fürs Drehbuch schreiben Wolf Haas und Josef Hader zusammen.

Der Brenner war mal bei der Kripo, hat da aber nicht so wirklich was hinbekommen und ist dann Privatdedektiv geworden. Auch das klappt irgendwie nicht so richtig. Seine Fälle klärt er eigentlich immer so auf, dass er in das Umfeld eines Mordes unfreiwillig reingerät und dann ohne viel Zutun und ohne kriminalisitschem Geschick, sondern eher durch Zufall auf den Täter kommt.

Kann auch gut sein, dass der Brenner dabei mal ordentlich was auf die Mütze bekommt oder gerade so dem Tod von der Schippe springt. Alles in allem ist er verschroben und dickköpfig, aber auf eigenartige Weise sympathisch.

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Remember Four Rooms?

Montag, 22. März 2010 // 11:30 Uhr // martin

Okay, etwas makaber am Montagmorgen…

…aber nach dem Artikel, vergangen Freitag in der StZ, musste ich spontan an den sehr coolen Episodenfilm “Four Rooms” denken. In vier Teilen (von den Regisseuren Allison Anders, Alexandre Rockwell, Robert Rodriguez und Quentin Tarantino) muss sich Hotelboy Ted (Tim Roth) in abstrusen Situation als Held beweisen.

Im Rodrigues-Teil (“Zimmer 309 – die Ungezogenen”) entdecken zwei kleine Kinder eine Leiche im Bett, siehe Minute 3:25.

Tim Roth ist übrigens aktuell in der neuen Serie “Lie To Me”, immer mittwochs 21:15 Uhr auf Vox. Hab den ersten Teil gesehen, war gut.

LYS von Krystof Zlatnik

Mittwoch, 24. Februar 2010 // 14:16 Uhr // martin

Diesen Freitag (Beginn 16:20 Uhr) präsentiert Krystof Zlatnik, Student an der Filmakademie Ludwigsburg, seinen Abschlussfilm “LYS” im Ludwigsburger Caligari Kino. Zlatnik kennen vielleicht die einen oder anderen als DJ Kryzm.

Erst neulich habe ich mit dem Jung-Regisseur im Tonstudio aufgelegt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Absolventen begeistert sich Zlatnik eher für knallige Blockbuster anstatt dem Programmkino.

Im Interview erzählt er, worum es in seinem Science Fiction Film geht, wie aufwendig der Dreh war und wie es nach dem Studium weiter geht.

Um was geht es in Lys?

LYS ist die Geschichte des gleichnamigen 14-Jährigen Mädchens, dass eines Morgens im neuen Terra-Kraftwerk aufwacht, wo seit ihrem Auftauchen Stromschwankungen auftreten. Sie erinnert sich nicht, wie oder warum sie dort hingekommen ist und versucht ihr normales Teenie-Leben weiterzuführen.

Doch das gestaltet sich schwierig, als sie von seltsamen Visionen verfolgt wird, während der Wissenschaftler Karl Bardel ihr auf den Fersen ist. Er will herausfinden, ob seine Vorahnungen zutreffen: Dass sie ein Mädchen mit besonderen Kräften ist.

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Filmtipp (2):
Y.P.F Young People Fucking

Samstag, 13. Februar 2010 // 14:29 Uhr // martin

Volker zum Zweiten. Dieses Mal mit einer Komödie.

Mein erster Filmtipp kam gut an. War aber doch kein so heißer Scheiß, wie ich dachte. Denn so unbekannt war der Film gar nicht und lief wohl sogar im Fernsehen. Deshalb habe ich heute möglichst tief in der Schatzkiste gekramt und Y.P.F ausgegraben.

Vielleicht kennen diese “romantische Komödie” noch nicht alle. Der Film scheint in Deutschland nicht so einfach zu bekommen zu sein. Die Kriegerin unter den Versandhändlern bietet jedenfalls nur die holländische und die norwegische Fassung ohne deutsche Sprache.

Zusätzlich gibt es bei einem solchen Titel wieder lustige Ergebnisse bei der Auswertung der Google-Suchanfragen.

Jetzt aber genug mit dem Vorspiel und auf zum Akt. Und so ähnlich ist auch Y.P.F. gegliedert: Auftakt, Vorspiel, Akt, Zwischenspiel, Orgasmus und Nachglühen. Vordergründig geht es um die schönste Nebensache der Welt, aber eigentlich werden fünf zwischenmenschliche Beziehungen innerhalb einer Nacht betrachtet:

* Die besten Freunde: Matt und Kristen wollen “friends with benefits” werden und entdecken dabei aber ihre tiefer gehenden Gefühle für einander

* Das eingefahrene Pärchen: Abby und Andrew versuchen etwas “Neues” um ihrem Liebesleben wieder etwas Würze zu verpassen

* Das Expaar: Mia und Eric treffen sich erneut, nachdem sie vor einer Weile ihre Beziehung beendet haben

* Das erste Date: Jamie bringt den Schürzenjäger Ken das erste Mal mit in ihre Wohnung

* Die Mitbewohner: die zwei Mitbewohner und früheren Freunde Gord und Dave geraten in Streit, weil der eine mit Inez, der Freundin des anderen Schlafen soll

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Filmtipp: I’m a Cyborg, but that’s OK

Samstag, 30. Januar 2010 // 12:00 Uhr // martin

Anfang Januar meinte der Thorsten – zu Unrecht natürlich ;) – dass Lammbock ein totaler Rotzfilm wäre und stellte darüber hinaus weitere Movies vor, die er so über die Feiertage geklotzt hat.

In der netten Diskussion hat sich Leser Volker angeboten, gerne auch ab und zu einen Filmtipp beizusteuern. Daraufhin hab ich ihn prompt angeschrieben und ein paar Tage später kam sein erster Text zu dem Film “I´m a Cyborg, but that´s OK” (soll laut Krupa cool sein, ist zwar kein Argument, aber egal :) ).

Mal gucken ob wir eines Tages auch ein bisschen ein Filmblog sind, jetzt erst mal Vorhang auf für Volkers Besprechung. Ich freue mich schon auf die nächsten.

Im Winter hat man ja oft mehr Zeit zum Filme anschauen. Denn Wintergrillen geht ja schon mal, aber Biergarten, Freibad oder andere Aktivitäten an der frischen Luft machen im Dunkeln und mit Winterjacke und Mütze dann doch nicht so viel Spaß.

Das aktuelle Kinoprogramm wird ausreichend beworben und in diversen Blogs diskutiert. Deshalb hier mein Tipp zu einem Film aus dem Jahr 2006, der meiner Meinung nach, nicht genügend Aufmerksamkeit bekommen hat (in Stuttgart lief er, soweit ich weiß, nur im – damals noch existierenden – Kommunalen Kino): “I’m a Cyborg, But That’s OK”.

Für Regie und Drehbuch zeichnet der koreanische Regisseur Park Chan-Wook verantwortlich. Der hat den Schuld- und Rache-Thriller „Oldboy“ gemacht und damit in Cannes 2004 voll abgeräumt. (Oldboy lief sogar schon im Spätprogramm vom ZDF und ist deshalb kulturell wertvoll. ZET DEE EEF!!!, die zeigen ja nur wertvolle Sachen.)

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Nerd & Sexy

Montag, 11. Januar 2010 // 6:00 Uhr // Thorsten W.

Am Samstag bin ich ausgegangen. Das ist eine Erwähnung wert, kommt nämlich nicht oft vor. Leser MIKATO und ich wollten mal wieder richtig raven gehen, aber die Zeit nutzen und vorher noch ins Kino.

Zur Erinnerung: Samstag war Tag 1 nach dem großen Schnee. Ich komme vom Land und wohne am Berg, ich hab kein Problem mit Schnee. Aber der gemeine Stuttgarter verfällt leicht in Panik, sobald die ersten Schneeflocken auf der Straße liegen bleiben. Ich hab es hier an der Weinsteige live mitbekommen – nicht nur einer musste sein Auto bergauf schieben lassen. Aber Winterreifen werden ja auch überbewertet.

Auf jeden Fall dachte ich, Mensch, da kann ja nicht viel los sein in der Stadt. Aber weit gefehlt. Im Kino haben wir uns – natürlich – Avatar angesehen. Und das Kino war verdammt voll, in allen Vorstellungen.

Zum Film: Haja – alle haben recht. Es ist ein grandioser Film, ein Erlebnis, auf gewisse Art eine Sensation. Auch wenn Mr. Cameron viel geklaut haben soll, der Mann muss verdammt viel Fantasie haben. Und das gepaart mit dem heißesten Scheiß in Sachen Produktionstechnik, und dann noch mit 3D-Brille – krasser Scheiß!

So geflasht sind Mr. MIKATO und ich, es war auch schon halb zwei, ins Rocker rübergeschlappt. Stuttgart kaputtraven Traktor Edition. Ich wollte mir den Hype mal anschauen, nachdem ich so viel darüber gehört, gelesen und geschrieben hatte. Auch hier hatten wir noch Zweifel, ob da jetzt so viel los sein würde. Die Schlange am Eingang bis fast zum Bahnhof rüber hat uns eines Besseren belehrt.

Outfit-mäßig wären wir Scheffs gewesen, hätten wir die 3D-Brillen aufbehalten. Aber auch ohne 3D-Effekt war die Party ein Flash. Und wieder mal ein Zeichen, dass ich doch nicht mehr der Jüngste bin. Zum Beispiel haben uns alle für Zivibullen gehalten. Kein Scheiß, ich hab die Blicke gesehen.

Die Musik war schon ungefähr so, wie ich es mir vorgestellt hatte – nur härter. Also hart im Sinn von voll auf die Fresse. Zumindest als Tom Deluxx aufgelegt hat. Da gab’s kein Auf- und Ab, sondern nur Bratze. Und die Leute sind ausgeflippt, dauernd Hände oben und so.

Ich war dann froh, dass ich zumindest noch so weit mithalten kann, dass mir aufgefallen ist, dass Don Rimini (sind diese DJ-Namen eigentlich ironisch gemeint?) zwar genau so hart, aber um einiges abwechslungsreicher aufgelegt hat. Da gab’s laufend Trommelwirbel und Steigerungen und Breaks und Schnickschnack. Das hat mir dann durchaus gefallen. Auch wenn ich wohl nicht so ausgesehen habe – “Is Dir langweilig?” hat mich doch tatsächlich so ein junges Ding gefragt. “Ja, mir ist die Musik nicht hart genug” hab ich geantwortet.

Ansonsten hat mich die Musik stark an “Hardcore-Techno” aus meiner Jugend erinnert – nur 30-40 BPM langsamer. Aber man könnte problemlos “Dildo”, “Fick Dich” oder “Poing” in so ein Seit reinmixen, wenn mann es genügend runterpitcht. Mach ich mal, wenn ich mein erstes NuRave-Booking hab.

Das Publikum war abgesehen vom Altersdurchschnitt auch so eine Sache. Weniger Berlin-80s-Style-Mädels als erwartet, mehr Nerd-Bubis als gedacht. Da gab’s ne Menge Ray Ban-Brillen unterm Weihnachtsbaum – auch wenn man bei ein oder anderen Typen nicht recht wusste, ob der Nerd-Style jetzt ironisch gemeint oder echt ist.

Zwischenrein hab ich noch kurz dem guten Busy-Icer im kleinen Club Hallo gesagt, der witzigerweise die gleiche Musik wie auf dem großen Floor aufgelegt hat, mich aber glaub nicht erkannt hat. Dafür haben wir noch Jay-Vee und Piwi getroffen, die sich ein wenig alt vorkamen.

Nach drei Stunden haben mir dann auch bissle die Ohren geklingelt und wir haben noch kurz beim Ram im Hype Club vorbeigeschaut. Ich hätte nie gedacht, dass Electro und Booties eine so entspannende Wirkung haben können.

Gastro- und Filmblog

Mittwoch, 6. Januar 2010 // 18:08 Uhr // Thorsten W.

So, erster und wichtigster Vorsatz fürs neue Jahr: Wir schreiben nicht mehr über Partys und schon gar nicht über Turnschuhe. Dafür gibt’s ab jetzt jede Menge Politik, Kultur, Geschichte und auf jeden Fall ganz viel über Gastro und Filme.

Späßle, wir bleiben natürlich ein Party- und Turnschuhblog. Aber in drei Wochen Resturlaub kombiniert mit Weihnachten und Jahreswechsel kommen einige Restaurant- und Kino-Besuche sowie DVD-Abende zusammen – hier eine kleine Zusammenfassung:

Fangen wir mit einem durchschnittlichen bis eher schlechten Film an: Lammbock. Ein Film von Anfang der 2000er über zwei Kiffer. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man den selbst bekifft lustig finden kann. Flaue Gags und pseudo-Tarantino-Dialoge. Einzig Moritz Bleibtreu rettet etwas die Situation. Also Schwamm drüber.

Dann lieber vom Original: Death Proof. Von Tarantino. Es muss geil sein, Quentin Tarantino zu sein. Der denkt sich: “Ich mach jetzt mal nen Film mit heißen Chicks und Muscle Cars.”, und dann macht er es. Darum geht es in dem Film, Punkt.

Ein paar junge, hotte Chicks, ein cooler Typ und ne Menge Muscle Cars: ein schwarzer Chevy Nova, ein gelber Ford Mustang (2. Serie von Anfang 70er, aber kein Mach 1 denk ich), ein schwarzer Dodge Charger und ein weißer Dodge Challenger, wenn ich richtig aufgepasst hab.

Die Handlung ist eher Nebensache, der Soundtrack taugt wie immer ziemlich viel (vor allem “Down in Mexico” von den Coasters aus der Lapdance-Szene) und der Schluss ist abrupt aber heftig. Geht ab!

Ähm, ja. Ich hab Zweiohrküken angeguckt. Ich bin verheiratet. Ok, den Sinn des ersten Teils Keinohrhasen hab ich schon verstanden, so als Frauenfilm. Aber das? Im Prinzip zwei bis drei Mario Barth-Witze auf Spielfilmlänge gestreckt. Nicht mein Ding. Überhaupt nicht. Muss man nicht gesehen haben.

Reservoir Dogs sollte man allerdings gesehen haben. Und zwar schon lange. Ich hab das erste Meisterwerk von Tarantino, das im Kino lief, erst jetzt angeguckt. Aber sei’s drum. Ein Tranantino, ein guter noch dazu. Gewalt, Dialoge und coole Typen, die teils ihre spätere Karriere auf diesem Streifen aufgebaut haben.

Weiter in die Gastro-Ecke. Was macht man, wenn der Onkel aus Amerika zu Besuch ist, schwäbisch essen gehen will, der beste Schwabe (Kochenbas, da gibt’s für mich nix dran zu rütteln – ist aber natürlich Einstellungssache) aber ausgebucht ist?

Da ist guter Rat teuer, und man will sich ja nicht blamieren. Ein paar Empfehlungen vom Hörensagen mussten reichen, und wir haben uns für den Murrhardter Hof Burhan am Wilhelmsplatz entschieden. Ein Türke, der schwäbisch kocht. Hop oder top.

Und was soll man sagen: Volltreffer! Der netteste Service der Stadt (vermutlich), ausgezeichnetes Essen, der beste Kartoffelsalat der Stadt (vermutlich, hausgemacht und dargeboten in einem extra Teller zum gemischten Salat) und normale Innenstadt-Preise. Top!

Beim nächsten Restaurantbesuch haben wir uns dann auf Altbekanntes verlassen – bei Da Loretta war’s bisher eigentlich immer gut. Ich war zwar noch nie bei Lorettas berühmten Mittagstisch mit Topfgucken in Heslach, aber schon ein paar mal im Ristorante in der Büchsenstraße.

Die Einrichtung ist trotz ifgroup-Stylo gemütlich, die Karte ist immer klein (was ich besonders mag – ich hasse Speisekarten mit 100 Gerichten darauf) und originell, und das Essen schmeckt immer sensationell. Und der anfangs etwas zerstreut wirkende Herr Ober hat so überzeugend von “Avatar” geschwärmt, dass ich mir den Film wohl doch noch angucken muss.

Soul Kitchen

Samstag, 2. Januar 2010 // 19:39 Uhr // martin

Weihnachtszeit, Kinozeit. Ich gehe recht selten ins Kino, habe auch bislang noch keinen Film von Fatih Akin gesehen, aber Soul Kitchen kann man uneingeschränkt empfehlen, auch wenn manche sagen, so einen Film guckt man sich lieber mal gemütlich daheim an (was man natürlich auch tun kann).

Zinos Kazantsakis (Adam Bousdoukos) betreibt das mehr schlecht als recht laufende Restaurant “Soul Kitchen”, Frass aus der Friteuse, TK-Pizza und so weiter. Erst ein neuer Koch bringt Schwung in die Bude und das Soul Kitchen bekommt schnell einen Hype.

Zinos will aber eigentlich lieber zu seiner Freundin nach China, muss sich um seinen Knastbruder Illias (Moritz Bleibtreu) kümmern, hat das Finanzamt und den WKD an der Backe, leidet nebenbei an einem fiesen Bandscheibenvorfall und ein alter Schulkamerad, heute ein aalglatter Immobilienhai, will ihm sein Gebäude abluchsen und ein Einkaufszentrum auf dem Grundstück errichten.

Massig Stoff also für einen kurzweiligen, unterhaltsamen wie auch lustigen Film mit gut gespielten Charakteren. Auch nicht von schlechten Eltern ist der Soundtrack, gespickt mit zahlreichen Funk/Soul-Perlen. Kann man u.a. bei iTunes kaufen.