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Deutsch-Rap

Beks – Weinender Clown

Donnerstag, 4. März 2010 // 13:15 Uhr // martin

Bei unserem Stuttgart-Rap-Tag ging der junge Mann leider unter, was auch schlicht und einfach daran lag, dass ich ihn bis dato nicht kannte und wohl auch sonst niemand aus der Bevölkerung, sprich unseren Lesern, die wir ja im Vorfeld um Inspiration gebeten haben.

Beks hat bereits im Sommer 2008 sein erstes Album Pop/Rap veröffentlicht, das auch ganz gute Kritiken bekam. Habs mir vorhin durch geskippt, erdiger HipHop, atemlose Reime mit massig Wortwitz, sicherlich nicht das Schlechteste auf dem Markt.

Mit seinem zweiten Werk “Weinender Clown”, das am Freitag, 12. März erscheint, will er da laut Aussage anknüpfen.

“Mal ironisch, mal witzig, mal ganz nett und mal bissig, mal ganz zynisch verletzend, mal verletzbar und lieblich. Impulsiv und vulgär, innovativ und zu sehr, ein Widerspruch in sich wie eine Glatze bei Hair.”

Alles klar? Vorab gibt es die Uptempo mit Ohrwurm-Qualitäten namens “sineP Up”. Kann man hören, auch wenn auf mich, egal wie es verwendet wird und gemeint ist, das Wort “Opfer” in Rap-Texten immer leicht befremdlich wirkt.

www.bekside.com

Happy Weekend Mix by Chiller
40 Samples aus der Rapublik

Freitag, 12. Februar 2010 // 16:19 Uhr // martin

Unseren Leser Chiller hab ich vor ein paar Wochen im Moulin Rouge kennengelernt, kam mit seinem Buddy Tobi Tobsen rein, und hatte halt prompt das gleiche Shirt an wie ich. Was hab ich mich gefreut ;) . (Was passiert eigentlich wenn zwei Mädels auf einer Party mit demselben Kleid da stehen, Katastrophe oder?).

Schon davor hat der Chiller aka Mix Buchannon, vor zwei Jahren nach Stuttgart gezogen, mir einen Mix von sich zugeschickt, aber ich bin erst neulich dazu gekommen reinzuhören.

Dabei hat er sich unglaublich viel Mühe gegeben, denn der leidenschaftliche Plattensammler und Digger (“von Ahmad Jamal bis Zapp”) hat hierfür 40 Stücke zusammengestellt, die für deutsche HipHop-Tracks gesampelt wurden – mal eindeutiger mal eher subtiler.

Da kommt es freilich zu einigen Ah-Ha-Erlebnissen, wenn man z.B. die Vorlagen von “Reimemonster” oder “Populär” hört, zwei fette Funk-Nummern. Die Fantas sind wie z.B. Eins, Zwo relativ stark “vertreten”. Der Mix beginnt auch mit der berühmten Vorlage von “Die da”, mir fällt gerade einfach nicht mehr der Name von der Dame ein.

Ansonsten ergibt sich ein relativ bunte Mischung. Der Großteil ist dem Funk/Soul-Genre zuzuordnen, oftmals mit hohem Gänsehautfaktor, aber zwischendurch hört man auch allerhand Obskures, wie deutsches Liedgut bzw. deutscher Funk oder auch mal lateinamerikanischer Hossa-Sound. Und nicht immer weiß man, was da für welchen Rap-Track gesampelt wurde. It´s a Nerd-Business.

Einziger Wehrmutstropfen: Die einzelnen Lieder werden manchmal etwas unsanft bzw. abrupt ausgeblendet, aber letztendlich macht das nichts. Und teilweise ist das Zeug auch schwer zu mixen. Fazit: Richtig gute Idee und richtig toll.

Wer alle 40 Songs in der richtigen Reihenfolge kommentiert gewinnt – ähm – wahlweise eine Ducati-Fahrt mit Thorsten oder eine Lauferunde mit mir. Frico, where you at?

Download here

Wir wünschen ein schönes Wochenende

Kessel.TV live aus Vancouver

Stuttgart-Rap-Tag: Finally…

Mittwoch, 16. Dezember 2009 // 21:00 Uhr // martin

…ein Klassiker. Bei der Zusammenstellung unseres Rap-Tags hatte ich immer diesen Song im Ohr. Ohne Zweifel einer meiner Lieblings-Massive-Tunes. Freu mich auch immer wieder, wenn sich die Gelegenheit ergibt, “Rapgame” aufzulegen. Wenn ich mich recht erinnere war die Koop mit Blahzey Blahzey die zweite offizielle Single aus dem “Überfall”-Album.

Massive Töne tourten erst kürzlich für das Goethe-Institut durch Afrika und nahmen dort auch mit afrikanischen Rappern Songs auf. Vielleicht bekommen wir das irgendwann mal zu hören.

Dann zu guter Letzt noch ein schöner Hommage-Clip an Stuttgart von 2Hoch4, dessen “Barkeeper” ich ein zeitlang sehr oft als letztes Lied gespielt habe:

Mit diesen Stuttgart-Rap-Classics beenden wir unseren Stuttgart-Rap-Tag. Vielleicht kommt eines Tages die Fortsetzung.

Wir danken für die Aufmerksamkeit und wünschen einen erholsamen Abend.

P.S.: Weil halt doch einige danach gefragt haben:

Stuttgart-Rap-Tag:
Jens Baumgart – Studio Stutt i/O

Mittwoch, 16. Dezember 2009 // 18:00 Uhr // martin

Jeanz

Im Rahmen unserer Recherche zu dem Stuttgart-Rap-Tag bekamen wir auch eine Email von der Pop-Sängerin Lean, die dieses Jahr mit ihrem Debütalbum “Lockstoff” Achtungserfolge feiern konnte (tritt übrigens am Samstag, 19.12. unplugged in der Stuttgarter Kiste auf). Sie erzählte uns, dass sich die lokale HipHop-Szene gerne im Studio eines gewissen Jens Baumgart trifft. Da galt es nachzufragen.

Baumgart betreibt in Gerlingen das Studio Stutt i/O und empfängt dort nicht nur Rapper, sondern hat sich auch auf Filmsynchronisation spezialisiert. Das Hintergrund-Interview im Rahmen unseres Stuttgart-Rap-Tag.

Stell dich mal kurz vor – wer bist du, was machst du?

Mein Name ist Jens Baumgart, auch Jeanz oder “Der Vater” genannt. Mein Studio trägt den schönen Namen Stutt i/O, was natürlich von Stutt wie Stuttgart kommt und i/O ist ein Begriff aus dem Audiobereich und steht für Input/Output.

Ich recorde, mische und mastere alles was mit Audiodaten zu tun hat. Weiterhin betreue ich mehrere Projekte und versuche stets mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Wie bist du zu diesem Beruf gekommen?

Nach meiner Ausbildung zum staatl. geprüften Berufkollegiat für Kraftfahrzeugtechnik (wow! liest sich ja richtig wichtig!), dachte ich mir, da muss doch noch mehr gehen. Ich ging zum Daimler ans Band und finanzierte so mein Studium in München zum Audioengineer. Als ich mit meinem Diplom wieder nach Stuttgart zurückkehrte, baute ich mir 2006 in Handarbeit mein Studio in Gerlingen auf.

Bei dir trifft sich die lokale HipHop- und Musikszene. Wer geht bei dir ein und aus?

Maeckes und PlanB, Kodimey, Kaas, Tua, Scotty76, Franky Kubrick, Jifusi, P-Nomenon, Hakanak, KMH, Herr Lehmann, Dj Jopez, Dj Phil P, Lean, DamDam, Sancho, Edvice, Dre, Amaris und weitere überregionale Acts wie Kool Savas, !Bazz, Moe Mitchel, MoTrip, Ercandize, Amar, Caput, Cora E., Das BO, Morlock Dilemma und aus den Staaten dem Franchize Boyz und viele weitere.

Stichwort Kool Savas, der erst kürzlich für das Juice Magazin eine exklusive EP veröffentlicht hat, was habt ihr gemacht?

Das mit Savas war eine lustige Sache. Er war kurz zuvor nach Stuttgart gezogen und hatte auf Kaas´ Album „Amokzahltag:D“ (nach kontroversen Diskussionen letztendlich unter dem Namen “T.A.F.K.A.A.Z:D the album formerly known as Amokzahltag:D” erschienen, Anmerkung Kessel.TV) ein Feature.

Kaas fragte mich, ob ich das bei mir im Studio recorden will. Als alter Savas Fan zögerte ich nicht und so kam es zum ersten Kontakt, woraus sich noch eine Menge Projekte ergaben, wie z.B. die DVD auf der John Bello 2 Brainwash Edition oder auch mehrere Tracks, die von Sir Jai in meinem Studio recorded wurden, z.B. auch ein Brainwash Remix mit “dem Franchize Boyz”.

Durch diese enge Zusammenarbeit mit Savas kam ich auch zu meinem Beinamen “Der Vater”. Bei den Vorbereitungen für die John Bello Story 2 Tour im letzten Jahr, die bei mir im Studio gemacht wurden, war ich derjenige, der immer geschaut hat, dass alle beteiligten Künstler sich wohl fühlten und versorgt waren. So kam ich durch meine “väterliche” Fürsorge, die ich für alle Projekte habe, zu diesem Beinamen.

Jeanz_Jopez2

(Baumgart und sein Studiopartner DJ Jopez, der wiederum mein DJ-Partner ist (Joe & The Paramoses).)

Was machst du genau mit den Produktionen, die dir die Künstler vorlegen?

Da gibt es keine Pauschalantwort. Wenn ich für jemanden was mache, beraten wir immer das gesamte Projekt. Der Künstler soll sich bei mir rundum wohl fühlen, denn nur so kommt am Ende des Tages das beste Ergebnis für alle raus. Denn ein gutes Album oder ein guter Track ist natürlich auch die beste Werbung für uns.

Wie beurteilst du die Qualität der aktuellen Stuttgarter HipHop-Szene?

Wie schon so viele vor mir sagten, schrumpft sich die Szene gesund oder besser gesagt hat sie es schon getan. Es geht nicht mehr um den schnellen Euro. Die Musiker, die jetzt noch Musik machen, machen es aus Leidenschaft und nicht nur des Geldes wegen.

Das führt meiner Meinung nach wieder auf ein höheres Niveau in der HipHop Szene, was auch dringend nötig ist. Wenn es mein Zeitmanagement zulässt, besuche ich meine Jungs auch gerne mal im Club und mache mir ein Bild was gerade so angesagt ist. Da mein Studio-Kollege Jopez auch im Stuttgarter Nachtleben aktiv ist, bekomme ich so immer mit wann und wo was los ist.

Du machst auch Synchronisationen für Filme und Fernsehen. Wie kommt man dazu, wie ist der Ablauf, wie wird da gearbeitet?

Zum Synchronisieren bin ich über einen Kollegen aus meiner Studiozeit gekommen. Als in Ludwigsburg die ARD Serie “Eine für Alle” gedreht wurde, machte ein Studio aus München die Audio-Post-Produktion. Ich wurde gefragt, ob ich helfen kann und so kam eins zum anderen. Plötzlich war ich auch in der Filmbranche tätig.

Dabei arbeite ich mit einem Dialogbuchautor und Synchronregisseur, welcher sich um die Lippensynchronität kümmert, während ich mich auf die Aufnahmen und das Mischen konzentriere. Im Endeffekt muss der Film auf Deutsch funktionieren. Wenn beim fertigen Film nichts negativ auffällt, war meine Arbeit gut.

Das Schwierigste am Synchronisieren ist meiner Meinung nach das komplette Projektmanagment. Dies beinhaltet die Organisation von Sprecherbesetzung über Sprecherbuchung, Studiobelegung und das einhalten von Deadlines. Aber am Ende freut man sich doch über einen schönen Film auf Deutsch.

Was hörst du privat für Musik?

Eigentlich nur HipHop. Gerne auch ältere Sachen aus den 90ern und der Jahrtausendwende. Bei den neueren Hits vertraue ich auf den Geschmack von diversen DJs in meinem Umfeld, da ich leider durch meine Arbeit nicht mehr soviel Zeit habe dem aktuellen Geschehen zu folgen.

Aktueller Lieblingsact?

Tagesform abhängig.

www.stutt-io.de

Stuttgart-Rap-Tag: Franky Kubrick, Jifusi…

Mittwoch, 16. Dezember 2009 // 17:00 Uhr // martin

wir sind die besten

Von Franky Kubrick gibt es derzeit nichts Neues, aber mit seinen Kollegen (siehe Cover) hat er im Sommer für das Juice Magazin ein “souveränes” Mixtape aufgenommen, wie das Magazin schrieb. Der Titel ist ebenfalls ziemlich souverän. Das Tape kann man sich hier kostenlos herunterladen.

“Wir sind die Besten” zeigt eine weitere Facette der lokalen HipHop-Szene. Aufgepumpter, fetter, funkelnder Sound gepaart mit aggressiven Reimen und ein inflationärer Gebrauch des Wortes “ficken”.

Aber was man ganz klar sagen muss, der Kubrick kanns einfach (immer noch). Er reizt sein Organ geschickt aus und intoniert in alle Richtungen. Er ist und bleibt wohl einer der besten MCs der Stadt – und freilich auch darüber hinaus.

Phreaky Flave, Jifusi, Franky Kubrik

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Karolina & Franky Kubrik

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Stuttgart-Rap-Tag:
Kniffler´s Mum & FCKW Crew

Mittwoch, 16. Dezember 2009 // 15:00 Uhr // martin

kniffler

Spätestens  seit The Roots wissen wir alle, wie HipHop live am besten kommt. Die sechsköpfige Formation “Kniffler´s Mum” mit den großen Roots zu vergleichen, wäre freilich nicht ganz angebracht, aber die Performance kann man durchaus ertragen.

Kniffler´s Mum wurde von den Rappern Rascal und Frontal (klingt irgendwie nach Ernie & Bert, sorry kleiner Gag) initiiert. Die wiederum sind auch Teil der FCKW-Crew oder waren es zumindest mal. Stehen immer noch auf der myspace-Seite. Stuttgart-Rap ist kompliziert wie gesagt.

Bei der FCKW-Crew ist auch ein Herr namens Heidi Hoe dabei, ich fress nen Besen wenn das nicht der Heidi Hoe ist, der hier ab und zu kommentiert.

Wie auch immer, Rascal und Frontal konzentrieren sich seit Mitte 2008 voll auf Live-Musik und absolvieren mit vier erfahrenen Musikern – einen Gitarristen, einen Keyboarder, einen Bassisten, und einen Schlagzeuger – regelmässig Auftritte.

Für Kniffler-Gigs wirft man sich in Schale und garantiert “Eine Kombination welche sich besonders durch Spontanität und Innovation auszeichnet, aber trotzdem ein professionelles Aufreten nicht vermissen lässt.” The great HipHop-Tanz-Show sozusagen.

Aktuell liegt nur folgender Song von Frontal & Rascal vor, der den Berliner Damion Davis featured und zwei Monate lang in der DasDing Netzparade war:

Aktuell arbeitet die Band am ersten Release “Kopf oder Zahl”.

Von der FCKW-Crew haben vor über einem Jahr die Mitglieder Teinell und Naigee den 7-Tracker “Kraut und Rüben” rausgehauen. Der Klang ungefähr so:

Stuttgart-Rap-Tag:
Beatnerdz, Marvin Baker & Choosen

Mittwoch, 16. Dezember 2009 // 11:00 Uhr // martin

00.offseason front

marvin

choosen

Eines ist klar: Stuttgart-Rap ist für den Außenstehenden total kompliziert. Bis man sich da teilweise eingearbeitet wer da nun mit wem was macht und wie der wieder dazu gehört und der aber nicht, kann einen fast in die Verzweiflung treiben.

Die Beatnerdz Posse wurde uns von einem Leser per Mail vorgeschlagen, Marvin Baker wäre sein ehemaliger WG-Kumpel gewesen schrieb derjenige.

Bei den Beatnerdz handelt es sich, wenn ich das richtig verstehe, um eine Allianz von Produzenten aus Stuttgart (Sven Herion, der das Sonderstudio betreibt) und Friedrichshafen (Thaison). Wobei, wenn ich mir das nochmals durchlese sind die Beatnerdz wohl die Produzenten Thaison und C.O.B. und die Rapper Marvin Baker und Choosen.

Marvin Baker ist Sohn eines amerikanischen Soldaten und einer Deutschen und hat kürzlich mit Kollege Choosen, der wiederum italienische Wurzeln hat, die Tracksammlung “Off Season” als Download-Album for free veröffentlicht. Baker lebt in Stuttgart, Choosen in Friedrichshafen.

Das Duo frönt, sowohl auf Deutsch wie auf Englisch, im (meist) wahrscheinlich zeitgemässen Synthie-Gewandt, “echten” Rap wie man ihn vielleicht auch schon aus Berlin kennt. Oft klingt das etwas böse, aber ist noch im Rahmen. Also Marvin Baker & Choosen machen definitiv keinen auf Gangster.

Beatnerd

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Vorstadt

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Sonne

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Marvin veröffentlicht nächste Woche schon wieder was neues auf Beatnerdz, “boundless music” angeblich.

marvinforfree

Und hier noch eine kurze Reportage wie bei den Beatnerdz gearbeitet wird.

Stuttgart-Rap-Tag: Gewerbegebiet

Mittwoch, 16. Dezember 2009 // 9:00 Uhr // martin

Das Album (L)

gewerbegebiet

Wir starten den Rap-Tag mit einer Band, die mitunter Auslöser für diese Aktion war.

Gewerbegebiet repräsentiert seit 2006 laut eigener Aussage “den neuen Hip-Hop Sound Stuttgarts. Mit unverwechselbar partyorientierten Tracks positioniert sich Gewerbegebiet da, wo bisher die wenigsten deutschen Hip-Hop Künstler hingefunden haben.”

Bei dem Projekt der Produzenten GmD, Hotywhyler und DZ spielt auch ein wenig Ironie mit. “Ich glaube, der verbindende Faktor zwischen uns Vier ist es, dass wir nicht verstehen können und wollen, wie ernst sich HipHop nimmt”,  sagt Daniel, einer der Protagonisten. Auf gut Deutsch: Vier liebe Puschel und Musik-Nerds machen bösen Rap. Oder so.

Dass bei Gewerbegebiet auch der Spass im Vordergrund steht, hört man z.B. bei Songs wie “HipHop Hocketse”

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Außerdem ist Gewerbegebiet eine Art Experimentierfeld ”für die Ideen vierer kreativer Köpfe, in dem durch permanente Überforderung und Begeisterung die Grenzen von Hip-Hop ausgelotet werden.” Ich würde sagen: Irgendwo zwischen Hudson Mohawke und Deichkind. Avantgarde-Laptop-Rap.

Das Debütalbum kann man sich hier komplett herunterladen.

Myspace-Seite

Heute: Der Stuttgart-Rap-Tag

Mittwoch, 16. Dezember 2009 // 8:00 Uhr // martin

stuttgart

Da isser nun, unser Stuttgart-Rap-Tag. Schon vor knapp einem Monat angekündigt und damals auch um Vorschläge gebeten, habe ich nun die Zeit gefunden, diesen Tag zusammenzustellen.

Wie schon damals gesagt und bevor hier Missverständnisse entstehen, soll der Stuttgart-Rap-Tag eine aktuelle Bestandsaufnahme sein, was sich momentan HipHop-mässig im Kessel tut oder auch nicht tut.

Sprich wir lassen nicht 15 Jahre Stuttgarter HipHop-Geschichte im Großen wie im Kleinen Revue passieren oder porträtieren gar MC B. Das haben wir zum Teil schon getan und werden es auch zukünftig wieder tun. An heutigen Tag geht es um das hier und jetzt.

So waren einige der vorgeschlagenen Bands z.B. nicht mehr wirklich aktiv oder ihre letzte VÖ liegt teilweise über zwei Jahre zurück.

Der Stuttgart-Rap-Tag ist auch ein technisches Experiment: Bis heute Abend geht jeweils zur vollen Stunde ein Beitrag online. Wir garantieren dabei freilich keine Vollständigkeit, aber denken ein gutes Bild der lokalen Rap-Szene zu zeigen – von Rucksack über Techno-Digi-Rap bis Kuschelsoul. Manchmal auch mit einer ordentlichen Portion Humor.

Und um noch unseren Freund Ante im fernen Korcula zu erfreuen rein als kleiner Aufwärmer gedacht ein etwas älterer Clip, den er vor längerer Zeit selbst zugesandt hat.

52 Albums/37:
Beginner “Blast Action Heroes”

Dienstag, 1. Dezember 2009 // 11:56 Uhr // martin

beginner_blastactionhero

Ich bin mir fast sicher, wie schon beim Kopfnicker-Eintrag erwähnt, dass “Blast Action Hero” das letzte deutschsprachige Werk ist, dass ich mir gekauft habe. Und die Platte ist von 2003. Dafür habe ich sie aber sowohl auf Triple-Vinyl als auch auf CD.

Bei Veröffentlichung habe ich sie mir brav im Soundshop geholt und ein paar Jahre später wollte ich sie gerne wieder mal im Büro hören, also hab das dritte Beginner Album kurzerhand glaub für 8 Euro auf Ebay ersteigert.

Auch wenn der vermeintliche große Smasher der Marke “Rock On” oder “Füchse” (beide aus “Bambule”) hierauf fehlt und von den Singles “Gustav Gans” oder “Fäule” auch sicherlich nicht kompensiert werden konnte, ist “Blast Action Heroes” zumindest für meine Begriffe ein zeitloses Statement sowohl in musikalischer als auch in textlicher Hinsicht.

Das Wort “Blast” im Albumtitel sagt eigentlich schon alles: Allein diese Beats blasen einen noch heute weg.

Ich bin kein Produzent, aber egal ob härtere Tunes wie “Wer bist´n Du?” oder “Schiss” oder ruhigere, atmosphärische Tunes wie z.B. die Hamburg-Hommage “City Blues”, das klingt bis ins hinterste Eck derartig brillant, präzise, klar und druckvoll zugleich ausgetüftelt, wie ich es zuvor von einer Deutsch-Rap Platte nicht kannte.

Neben den Produzenten, Delay und Denyo selbst, haben die Herren Vaul & Späth (“Recorded and flashed by…”), wer auch immer das sein mag, ganze Arbeit geleistet. Und nicht zu vergessen das Mastering von Tom Krüger in Stuttgart (No Sé Studio).

Darüber hinaus erreichen Jan Eißfeldt und Denyo wohl ihren Rap-Zenith. Natürlich ist gerade Jan Delay auch heute noch äußert wortgewandt, aber auf “Blast Action Heroes” bekommt man schlicht und einfach das Gefühl, dass sich beide während der Aufnahmen gesagt haben: “Wir gehen hier erst raus, wenn wirklich jede Zeile, jeder Reim perfekt sitzt.”

So heißt es z.B. schon im Opener “Back in Town”: ”4 Jahre und es passierte so vieles, der Aufstieg und der Fall eines ganzen Musikstiles / Alle sind weg, Rap ist Ego-Musik / auch die Beginner waren bei ihrem 1sten Demo zu siebt / doch wir drei lieben das halt, wir blieben am Ball, während alle zweitklassig blieben wie Steven Segal.”

Auf opulenten 14 Tracks zeigt man anderen Rappern was bzw. wer derzeit die Messlatte ist, gibt sich sozialkritisch (“Wunderschön”) oder stimmt Raps gegen Fremdenhass an (“Das ist ne Kopfnuss in Cottbus, oder n Anschlag in Darmstadt, oder ne Schelle in Celle, ein gebrochenes Schlüsselbein in Rüsselsheim, und Flaschen mit Benzin in Maschen und Schwerin.”).

Als ich die Platte damals gehört habe, war ich jedenfalls von dem Einfallsreichtum, ja geradezu der Genialität des Duos schlichtweg begeistert und auch sprachlos. Jeder Vers ein Knaller, jede Strophe ein Meilenstein.

Glück und Tragik lagen übrigens damals im September 2003 eng beisammen. “Blast Action Heroes” ging von 0 auf die 1, zeitgleich mussten die Beginner das Ende ihres Labels Eimsbush verkünden.

Denyo spielt heutzutage lieber Gitarre, wie man so hört, und Jan Delay ist mehr oder weniger zum “Superstar” aufgestiegen. Ihr eigenes Ende haben sie offen gelassen. Wäre schön, wenn die Beginner nochmals zusammen kämen.