Ich glaube, Tricky ist der Musikkünstler, der mich am meisten enttäuscht hat.
Immer mal wieder habe ich ihm nach seinem famosen Debütalbum „Maxinquaye“ von 1995 eine Chance gegeben, freilich blind damals das zweite Album „Nearly God“ gekauft (was ein blöder Titel eigentlich) und vor einigen Jahren den Longplayer „Blowback“, über den ich irgendwo gelesen habe, der wäre mal wieder ganz gut, aber nach ein oder zweimal anhören doch wieder in die Ecke stellte.
Die Spex feierte wiederum erst neulich sein Projekt mit der South Rakkas Crew. Ich habe es mir prompt auf iTunes durch geskippt, fands net so dolle; gestern erst in der Lodown eine knackig-fiese 1/10 Rezi gelesen.
Tricky hatte schon immer was von einem Streuner, einem Heimatlosen, nicht Fisch, nicht Fleisch. Er weiß nicht wo er hin soll. Dazu passte auch die halbgare Filmrolle in „Das fünfte Element“, in dem er einen Handlanger des Oberschurken (Gary Oldman) spielte.
Das wäre vielleicht so der rote Faden seiner Karriere, der sich von Beginn an durchzog. Schon unter so manchen Kritikern galt sein Debütalbum „Maxinquaye“ als schwacher Massive Attack-Abklatsch, aus deren Umfeld Tricky bekanntlich stammte, quasi ein Profiteur im Fahrwasser der tiefen Spuren, die „Blue Lines“ und „Protection“ hinterlassen haben.
Ich fand „Maxinquaye damals unendlich fett, was natürlich mitunter an der Songkette „Ponderosa“, „Black Steel“ (Public Enemy Coverversion) und freilich dem wahnsinnig betörenden Schleppbeat-Klassiker „Hell Is Around The Corner“ lag. Ein paar Monate zuvor hatten Portishead ja dasselbe Isaac Hayes Sample für den Titel „Glory Box“ verwendet. Die Maxis habe ich mir später in meinem anfänglichen Ebay-Wahn ersteigert, speziell für lange Nächte im Oblomow.
Wow, Nr. 46, wir nähern und langsam aber sicher dem Ende dieser Serie. Und zu meinem heutige Album gibt es wieder ein bisschen was zu erzählen.
Es muss 1998 oder 1999 gewesen sein, da war ich ein paar mal im schicken Loft-Studio vom Fotografen Axl Jansen – hinten am Nordbahnhof, wo später auch Cosmium und Putte usw. ansässig waren, und wo heute Brachland ist. Axl Jansen gehört zu dieser “alten” Stuttgarter Künstler-/Musiker-Posse, wohnt inzwischen wohl in Paris und ist glaube ich ziemlich erfolgreich.
Ich sollte für das Loop Magazin einen Artikel über die Massiven Töne schreiben, es muss so die Zeit vor dem “Überfall”-Album gewesen sein. Und Axl sollte passend dazu ein Fäshn-Shuuting machen.
Das Shuuting hat fast im Eklat geendet, ich weiß nicht ob sich Schowi heute daran erinnert – denn Stylistin Sabse (vom weltberühmten Duo Sabse & Nancy) und Axls Assistentin (Namen vergessen) haben die Jungs in sehr, sagen wir mal, metrosexuelle Stylo-Outfits gesteckt – was ihnen glaube ich erste hinterher richtig bewusst wurde, und Strachi war gar nicht begeistert. Wurden aber glaube ich trotzdem abgedruckt, vier ganze Seiten Alter!
Auf jeden Fall lief bei meinem ersten Besuch beim sehr sympathischen Axl sehr coole Musik, und ich hab ihn gefragt was das ist. Jay-Jay Johanson hat mir gar nichts gesagt, hat mir aber gefallen, und dann hat der Axl gesagt: “Komm, ich brenn Dir die CD!”
Donnerstag, 25. Februar 2010 // 13:30 Uhr //
Thorsten W.
Wir hatten es neulich ja hier schon mal vom Thema Ambient und viele Kommentatoren haben mir zugestimmt, dass es grandios wäre, wenn es bei einer Party wieder einmal einen Chillout-Floor gäbe. Mann, wie gern würde ich wieder mal in einem auflegen. Vielleicht bei Stuttgart kaputtraven? Thomas, where you at?
Wie schon oft erwähnt habe ich Mitte der 90er mit Ambient angefangen aufzulegen und tatsächlich den ein oder anderen Chillout-Floor beschallt (bei den Ollis in der Röhre, beim Partysan im Vibration in Forst und sogar im zweiten M1 bei der Alien Nation).
Und eines meiner liebsten und zugleich typischsten Ambient-Alben damals war “Low On Ice” von Alec Empire, das 1995 auf Mille Plateaux erschienen ist. Ich kenne drei musikalische Gesichter von Alec Empire. Kennengelernt habe ich ihn mit prügelndem Hardcore Techno (so hieß das damals ernsthaft) auf Force Inc..
Am bekanntesten ist er aber sicher mit seiner ehemaligen Band Atari Teenage Riot – ich hab das Konzert damals in der Röhre leider verpasst, muss aber gut abgegangen sein mit poguenden Ravern vor der Bühne (Ken, warst Du auch dabei?).
Atari Teenage Riot haben Techno mit Punk gekreuzt und übelst linksradikale Parolen dazu geschrien – sehr unterhaltsam, z.B. “Hetzjagd auf Nazis”.
Ich hab mir auf den Chillout-Floors oft den Spaß gemacht und als letzten Song bzw. Rausschmeißer wahlweise “Destroy 2000 Years of Culture” von Atari Teenage Riot oder “Come To Daddy” von Aphey Twin gespielt. Kurz nachdem sich die Band 2000 aufgelöst hatte starb leider das Bandmitglied Carl Crack.
Die dritte musikalische Seite von Alec Empire hat er auf besagtem Album “Low On Ice” ausgelebt – und zwar mit astreinem Ambient-Sound in bester Orb-Tradition. Das Album trägt den Untertitel “The Island Sessions” und wurde meines Wissens live bei einem Festival im isländischen Eis aufgenommen.
Und genau so hört es sich auch an: Die Sounds, Beats und Klänge sind so kalt, dass man sich beim Zuhören am liebsten eine Wärmflasche machen möchte, alles dubbt und wabert vor sich hin dass es eine wahre Freude ist… sehr reduziert, sehr viele Flächen, sehr zurück genommene Beats, sehr schön.
Das Album gibt es inzwischen sogar bei iTunes zu kaufen (als Re-Release von 2001 auf Geist), als Einstieg und Hörprobe sei an dieser Stelle der Track “22.24″ empfohlen, bei dem im Hintergrund sogar ganz dezent eine 303 rumgluckst.
Irgendwann hat Alec Empire auch breakbeatigeren Sound gemacht, weshalb wir ihn mal für eine Breakbeats-Party ins Prag buchen wollten – ich hatte sogar eine Telefonnummer von ihm organisiert und ihm leicht nervös aufs Band gesprochen. Er hat aber nie zurückgerufen.
Heute ein Beitrag zu unserer schönen Serie von Mamis liebster Autorin: Mrs. Anja Wasserbäch. Wir kennen uns seit ihren PRINZ-Tagen, zwischenzeitlich ist sie bei den Stuttgarter Nachrichten/Sonntag Aktuell gelandet, betreibt mit Gleichgesinnten den tighten Gig-Blog und ihr DJ-Duo heißt ebenfalls The Tights.
Als Indie-Disco-Mädchen durch und durch stellt Anja für uns das Album “Parklife” von Blur vor. Wer legt mit Oasis nach?
Es passt perfekt, dass dieser Tage die Blur-Dokumentation „No Distance Left To Run“ endlich auch auf Doppel-DVD erscheint.
Grund genug hier auf kessel.tv an Blur und ihr großartiges Album „Parklife“ aus dem Jahr 1994 zu erinnern.
Anlass für die Dokumentation „No Distance Left To Run“ waren die zwei Riesenshows im Hyde-Park im Sommer 2009. Wer hätte schon daran glauben mögen, dass Damon Albarn und Graham Coxon jemals wieder miteinander reden, bzw. sich zusammen auf eine Bühne stellen. Danke!
So können wir jetzt ein bisschen nostalgisch sein. Auf DVD 1 das großartige Konzert nachgucken, und es bereuen, doch nicht nach London gereist zu sein. Viel besser aber ist sowieso DVD 2, die Dokumentation mit jeder Menge Interviews und der bewegenden Jahre der Band, die man damals ja ganz anders mitbekommen hat.
Wir Mädchen, die sich in den neunziger Jahren musikalisch sozialisiert haben, waren oft in London. Für uns war Blur eine Boygroup, nur ohne Choreographien. Für jede was dabei.
Als Blurs Album „Parklife“ mit den schönen Hunden auf dem Cover erschien, war ich 15. Auf einmal war die Grunge-Karohemden-Sache vorbei und der Pop da. Britpop nannte man das dann. Aber das war erst einmal egal.
„Girls & Boys“ war der Hit. Und: „Du bist sehr schön“, hat Damon Albarn nur für uns gesungen. Toll natürlich auch: „Parklife“, „This Is The Low“ oder „London Loves“. Und bei „End Of The Century“ dachte man daran, dass nach dem Millenium-Gedöns sowieso die Welt untergeht.
Dann gab es noch so Quatsch wie den „Battle Of The Bands“: entweder Blur oder Oasis. Ein Dazwischen gab es nicht.
Wir werden alle älter. Für alle Gossip Girls: Dave Rowntree kandidiert heute für die Labour-Partei, lädt mich via Facebook zu Demos in London ein, Alex James, der Seitenscheitel-Boy trägt jetzt nur noch Cordjacketts mit Lederellenbogenflicken und ist unter die Käsehersteller gegangen (das kann man alles in seiner wunderbaren Biographie „Bit Of Blur“ nachlesen). Mit Frau und fünf Kindern lebt er inzwischen irgendwo in den Cotswolds.
Graham Coxon hat ein paar Soloalben gemacht. Damon Albarn (seine Tochter nannte er Missy – nach Missy Elliott) ist ja mit den Gorillaz immens erfolgreich. Bleibt nur die Frage, was Justine Frischmann heute so macht.
Bei den Chemical Brothers muss ich als erstes immer an riesige Arenen, riesige Plastikbecher voller Bier und riesige Menschenmassen an grölenden, willenlosen Kids denken. Die Chemical Brothers sind wohl im Live-Format so bissle das Vorbild für alle Deichkinds, Bloody Beetroots oder auch Private Fictions dieser Welt. Verkleiden sich Chemical Brothers Fans eigentlich auch?
Wir zwei, äh, drei, also die Chemical Brothers und ich, haben uns hingegen bereits mit dem zweiten Album schon wieder getrennt. Denn ihre erste Platte, also „Exit Planet Dust“ von 1995, ist (für mich) die beste.
Die Chemical Brothers sind aber deswegen keine schlechte Band, ganz im Gegenteil. Natürlich habe ich auch seither immer mal wieder ein Lied aufgeschnappt und fand auch das eine oder andere richtig gut.
Und natürlich freut man sich gerade für solche Typen wie Tom Rowlands und Ed Simons tierisch, wenn auf dem Weg ins Stadion sogar mal ein ordentlicher Nagelstudio-Chartstürmer wie „Galvanize“ abfällt. Aber unter dem Strich komme ich mit ihrem Sound nach “Exit Planet Dust” nicht mehr ganz klar.
Donnerstag, 4. Februar 2010 // 11:35 Uhr //
martin
Heute erzählt uns Tobitrash, der vor Heiligabend einen TripHop-Mix ablieferte, seine Geschichte über den mir bis dato unbekannten amerikanischen Künstler Matisyahu und wie er diesem ein Autogramm abluchste.
Vor zwei Jahren hörte ich zum ersten Mal Matisyahu auf dem iPod meines Schwagers und sogleich verliebte ich mich in seinen Sound, eine Mischung aus HipHop, Reggae und Rock. Außerdem ist der Flow dieses jüdischen Rappers und Sängers für mich einmalig.
Als DJ und Vinyl-Liebhaber musste ich mich auch gleich auf die Suche nach Schallplatten des Künstlers machen, was sich als nicht ganz so einfach erwies, da Matisyahu hauptsächlich in den USA bekannt ist. Mittlerweile bin ich aber stolzer Besitzer von insgesamt drei Doppel LPs – „Youth“, Youth Dub“ und „Light“.
„Youth“ ist meiner Meinung nach bis dato sein bestes Album, „Youth Dub“ folglich die Dubversion des Masterpiece und mit dem aktuellen Album „Light“, das Mitte letzten Jahres erschienen ist, verbinde ich mit diesem außergewöhnlichen Künstler folgende Geschichte .
Donnerstag, 28. Januar 2010 // 10:00 Uhr //
Thorsten W.
Im Sommer 1995 bin ich nach Stuttgart gezogen und habe eher zufällig meinen Kumpel Dirk getroffen, der zu der Zeit noch in Rottweil gewohnt hat. Er hat mir erzählt, dass er ne Woche später für ein paar Tage nach Berlin fahren will – fettalta, da geh ich doch mit.
Also sind wir zusammen mit seinem in letzter Minute wieder zusammengeflickten Polo nach Berlin geeiert und haben dort ein paar sehr lustige Tage verbracht. 1995 war die Stadt noch ziemlich im Umbruch, die Oranienburger Straße z.B. hat mir sehr gut gefallen mit alten Häusern und gemütlichen Cafés.
U.a. gab es dort auch einen 3000-Outlet – das Label 3000 war damals in Sachen Klamotten der heiße Scheiß, beim Abseits waren die Sachen schweineteuer, und ich hab mich für einen Bruchteil der Kohle eingedeckt. Doch das nur am Rande.
Wir waren dann irgendwann auch auf nem ziemlich großen Flohmarkt, ich glaube irgendwo in der Nähe des Ku’damms. Noch ohne zu wissen, dass ich ein halbes Jahr später wirklich anfangen würde aufzulegen, und dass ich später auch noch Soul auflegen würde, habe ich diese Platte für 10 Mark gekauft und den Grundstein für meine Plattensammlung gelegt.
Gekauft hab ich sie eigentlich wegen des Covers – ich wollte irgendwann mal nen Flyer draus machen. Und man muss schon sagen, dass die vier Jungs mit ihren Afros und Hemden sehr cool aussehen. Ein Flyer ist aber nie draus geworden, dafür hab ich die Platte dann später natürlich auch wirklich aufgelegt.
Die Chi-Lites sind beim Bekanntheitsgrad eher so in der zweiten Reihe von Soul-Acts, waren aber trotzdem durchaus erfolgreich und hatten einige mittelschwere Hits. Vier Typen halt, die schön singen, musikalisch eher in Richtung Phillysound als Motown.
Auf dieser Compilation gefallen mir vor allem “You Don’t Have To Go”, “Oh Girl”, einer ihrer größeren Hits, und “Have You Seen Her?”, das später von MC Hammer (ähöm) gecovert wurde.
Vor ein paar Jahren sind die Chi-Lites dann indirekt noch mal ziemlich groß rausgekommen – denn ihr Song “Are You My Woman” wurde von Beyonce für ihren Megahit “Crazy In Love” gesampelt. Danny Krivit hat es sich dann nicht nehmen lassen und unter seinem Pseudonym Mister K einen feinen Edit gebastelt, der das Original mit Beyonce mischt – das lief damals auch in den Stuttgarter Clubs hoch und runter.
Die erste Single aus dem 16-Track starken Ding ist “Stylo” feat. Bobby Womack and the mighty Mos Def und kann man angeblich heute auf der Gorillaz Homepage kaufen…
…bloss ich check nicht ganz wo da. Auf iTunes konnte ich “Stylo” jedenfalls nicht finden. Ansonsten ganz coole Slo-Mo-Rap-Disco Nummer für meinen Geschmack – bis Bobby Womack anfängt zu singen. Sicherlich ein verdienter Mann, aber sein Part gefällt mir überhaupt nicht.
Die nächsten Tage soll es mehr Schnipsel auf der Gorillaz Page zu hören geben und ein Countdown besagt, dass in der Nacht vom 20. auf 21. Februar etwas ganz Großes passiert. Vielleicht werden wir in dieser Nacht alle zu Comic-Figuren.
Hier noch das megagigantische Multimedia-Gorillaz-Widget:
Donnerstag, 17. Dezember 2009 // 20:29 Uhr //
Thorsten W.
Ich erinnere mich noch, 2005 sind Friction und ich gerade mit unserer Partyreihe “Feel Alright” vom Le Fonque ins Stereo gezogen, und eines Abends hatte er die Maxi von Leela James dabei mit “Good Time” auf der einen und “Music” auf der anderen Seite.
“Good Time” basiert auf “Funky Sensation” von Gwen McGrae (jener Über-Soul-Kracher, mit dem man in Form von Afrobs “Get Up” im Club immer noch gut was reißen kann). Super Ding auf jeden Fall, hat mir gleich gefallen und wurde dann zu nem kleinen Feel Alright-Hit im Stereo, auch gern mit Funky Sensation im Original oder im MAW-Remix vermixt.
Das war die Zeit, als ich angefangen habe, wie wild Musik zusammenzukaufen, die allgemein als “NuSoul” oder auch “NeoSoul” oder manchmal “Modern Soul” bezeichnet wird. Also was irgendwann mit D’Angelo, Erykah Badu und Angie Stone angefangen und mit einer Flut von Compilations aufgehört hat.
Es gab aber auch eine Menge verdammt gutes Zeug, von Platinum Pied Pipers, Amp Fiddler, DJ Spinna, Jazzy Jeff, King Britt, Musiq Soulchild, Raphael Saadiq und wie sie alle hießen. Also einfach R’n'B oder Black Music in gut.
Ich hab damals auch versucht im Rocker 33 im Miniclub einen NuSoul-Floor zu etablieren, bei der Partyreihe “K’tsching” von Änna und Skully – aber leider haben sich irgendwie nicht die richtigen Leute für die Musik gefunden.
In der ganzen Flut an Musik ist mir aber neben dem Album von den Platinum Pied Pipers vor allem das von Leela James aufgefallen, bei dem u.a. Wyclef Jean, Raphael Saadiq und Kanye West mitproduziert haben. Die Musik ist einfach ganz weit vorne und, was mir immer wichtig ist, es sind genau so viele tanzbare Songs drauf wie solche zum Schmusen.
“Didn’t I”, “Long Time Coming”, “Rain”, “Good Time”, “Music”, “Soul Food” – alles grandiose Songs. Dazu noch die famosen Coverversionen von No Doubts Überhit “Don’t Speak” und von Sam Cookes “A Change Is Gonna Come”, das im Original auch noch für Obama herhalten musste.
Von “Music” gibt es auch einen ganz netten Remix auf G.A.M.M., den glaube ich auch der Ram gut findet, und ich habe einen sehr schönen “Good Time”-Remix von Jihad Muhammad und Blaze auf der Platte. Vom selben Stück gibt es noch mehr Remixe, wie ich heute gesehen habe, die aber allesamt nix taugen.
Nach dem Album war es dann relativ ruhig um Leela James, außer ein paar Album-Features gab es nichts Neues. In diesem Jahr hat sie dann ein neues Album “Let’s Do It Again” mit Coverversionen alter Soul-Klassiker veröffentlicht, was sich beim ersten Reinhören eher nicht so spannend anhört – liegt wohl an den falschen Produzenten.
Mittwoch, 9. Dezember 2009 // 6:00 Uhr //
Thorsten W.
Indie-Wochen bei kessel.tv. Nach dem Happy-Weekend-Mix vom guten Frl. Eckert von mir wieder mal ein Album aus der Gitarren-Ecke.
Eine Schande, wirklich eine Schande, dass ausgerechnet ein Lied von einem Genie wie Jack White zum Stadion-Ballerman-Ibiza-Mitgröl-Hit wurde. Aber gut, was will man machen – “Seven Nation Army” von den White Stripes ist halt ein Jahrhundert-Hit und hat, was glaube ich sonst noch keiner geschafft hat, ohne Remix den Weg in die Clubs gefunden.
Ich weiß nicht, wie viele “Seven Nation Army”-Bootlegs ich habe, aber am besten geht immer noch das Original. Obwohl man das im Club natürlich irgendwie nicht mehr bringen kann.
Auf jeden Fall hab ich damals 2003, eher so auf Verdacht, das ganze Album von den White Stripes gekauft. Und ich war so was von begeistert.
Das Besondere an dieser Band ist ja zum einen, dass Jack und Meg White glaube ich immer noch ein Geheimnis daraus machen, ob sie ein Ehepaar oder Geschwister sind, und zum anderen, dass alle Stücke mit nur zwei Instrumenten eingespielt wurden.
Jack White hat in einem Interview mal gesagt, er weiß nicht, warum er mehr Instrumente einsetzen soll, wenn es mit zwei noch so viele Möglichkeiten gibt. Auf jeden Fall ist das Ergebnis der Hammer, auch wenn Meg White die wahrscheinlich schlechteste Drummerin auf Gottes Erden ist.
Aber das gleicht Jack White mit seiner Gitarre, die er auch gern mal als Bass verwendet, mehr als aus. Und wenn Meg dann mal singt, wie etwa bei “In the Cold, Cold Night”, dann hört man wo ihre wirklichen Talente liegen.
Ansonsten gefallen mir die Songs durch ihren Minimalismus, den ich ja abseits elektronischer Musik schon mit D’Angelo beim Soul und dann eben mit den White Stripes beim Rock gefunden habe.
Neben dem Überhit gefallen vor allem “The Hardest Button To Button”, das ich sogar auf 7Inch habe, das aber nie so richtig zum Hit wurde, die grandiose Coverversion von Burt Baccharacs “I Just Don’t Know What To Do With Myself” oder “There’s No Home For You Here” mit super Lyrics.
Aber auch sonst – wie sagt man so schön: All killer, no filler.
Die folgenden zwei Alben der beiden hatte ich dann irgendwie nicht mehr so im Blick, auch wenn mir die Singles immer gefallen haben. Ich fand auch die Kollabo mit Alicia Keys, “Another Way to Die” für einen James Bond-Film, im Gegensatz zu vielen anderen ziemlich gut.
Auch optisch haben die White Stripes immer was zu bieten, Outfits, Layouts und Videos sind immer in den Farben Rot, Schwarz und Weiß gehalten. Und die Videos taugen auch immer recht viel – hier ein schönes Beispiel:
Jack White gilt allgemein wie schon erwähnt als musikalisches Genie, und ich hab in der Glotze mal ein White Stripes-Konzert in einer Oper o.ä. gesehen, was diese Tatsache für mich bestätigt hat. Ansonsten gründet Jack auch gern mal weitere Bands, so wie The Raconteurs oder The Dead Weather.
Und er hat ein eigenes Label namens Third Man Records – und auf diesem ist vor kurzem eine 7Inch mit Carl Sagans Autotune-Remix erschienen, den ich hier vor einiger Zeit schon mal vorgestellt hatte. Und ich freue mich, bei dieser Gelegenheit dieses unglaublich schöne Video noch mal posten zu können: