In die Rente mit 67? Awa. Wir spielen durch, nimmt man zumindest diese Omi als Maßstab. Oder es ist die CD-legende Granny ein Fake, wie Thorsten vermutet, und es handelt sich um Kampagne? Für knallgrüne Plastik-Jacken? Thorsten bleibt dran, sagt er.
Damit Chiller (und seit Samstag auch der Ram) weiß, was auf ihn zukommt: Ich hab jetzt endlich mein Winterprojekt, die neue Lackierung für meine Bella, fertiggestellt. Puh. Falls man es nicht erkennt: Auf dem Auspuff steht “Christian Audigier”. Das war vielleicht ein Gefrickel, verdammt.
Yeah, heute wieder fett SOKO-Dreh im Westen, dieses Mal zwar nicht direkt vor unserem Haus, sondern ein paar Meter weiter oben in der Augustenstraße. Neben Deko-Material (oder was auch immer das ist)…
…habe ich auch einen der Kommissare namens “Joe” (der Porsche-fahrende Macho) erspäht. Hier leider schlecht zu erkennen.
Aber des isser fei wirklich! Kam etwas orientierungslos und verschlafen ausm Bäcker. Bin dann schnell rüber gespurtet und hab ihm gesagt, dass ich die Show cool finde. Hat sich voll gefreut und wirkte gleichzeitig etwas irritiert. Wahrscheinlich denkt er, dass ihn nur die nicht relevante Zielgruppe über 49 schaut.
Na ja, so cool wie wir sind, durften wir auch schon ins Drehbuch spickeln. Die Folge heißt “Zweilagig”, in der ein griechischer Eckladen-Besitzer grauenvoll ums Leben kommt.
Der wird morgens von seiner Mitarbeiterin zwischen Getränkekisten, Bananen und Putzmittel aufgefunden, erschlagen von einem 40er-Pack zweilagigem Klopapier (15 Euro).
Da fünf Packungen Mini-Salami und ein Kilo Schafskäse fehlen, sieht alles zunächst nach einem Raubmord aus. Der Fall gestaltet sich aber zunehmend komplexer.
SOKO Stuttgart ermittelt aufgrund der unzähligen Tatverdächtigen (der ganze Block, die drei Ex-Frauen, die fünf Geliebten, deren Macker und of course die Sonnenblumenkerne-Mafia) und höchst unterschiedlichen Motiven (Mondpreise, Eifersucht, Sonnenblumenkerne vs Kürbiskerne…) in viele Richtungen – landet aber immer einer Sackgasse.
Erst als die Spurensicherung ein Stück von einem Notizzettel und dem Wort “feddalda” drauf findet, bekommt der Fall eine brisante Wendung und führt die Ermittler in eine benachbarte Bürogemeinschaft… Späte Rache für schlechte Klopapier-Qualität?
Die Folge ist garantiert irgendwann im ZDF zu sehen. Die Fitnessstudio-Nummer wird übrigens Ende April ausgestrahlt.
Auf Youtube werden auch der TSV Grunbach und der TSV Wimsheim (an der A8 Richtung Pforzheim) zu Stars. Über 150.000 Leute haben sich obigen Clip schon angeschaut und ist bis zur StZ vorgedrungen. Laut der wiederum wurde sogar schon in Rumänien über diesen kuriosen Abschlag berichtet.
Folgendes: Vergangenen Sonntag tobte Sturmtief Xynthia über das Deutschland. Ich selbst war ne gute Stunde laufen, war teilweise kein Spass, auf dem Rückweg auf der Höhe des Staatstheaters stand ich quasi.
Der TSV Grunbach hatte derweil größere Sorgen: Deren Abwehrspieler Oliver Wiedmann schlug den Ball ab, der aber dann dank Xynthia bumerang-artig im eigenen Tor landete. Der Schiri entschied auf Tor (Endstand 2:1 für Wimsheim) und seitdem tobt unter Fachleuten eine heiße Debatte, ob ein derartiger Treffer gelten darf oder nicht.
Wird bestimmt auch am Samstag in der Sportschau weiterdiskutiert.
Es gibt nichts Schlimmeres als z.B. beim Auflegen mit Sie angesprochen zu werden. Ist man doch schon so alt?
“Entschuldigen sie, könnten sie vielleicht…?”
“Alda, ich hab vielleicht ganz üble Geheimratsecken ja, aber du kannsch mich deswegen trotzdem duzen! Ich bin nämlich erst knackige 32 Jahre jung.”
“Äh, aso… also könntest du…”
“Nein, kann ich net!”
Also duzen geht eigentlich meistens immer klar. Aber vielleicht komme ich doch in die Jahre und stehe deswegen in manch wenigen Situationen auf höfliche bzw. etwas distanziertere Umgangsformen. Manchmal möchte ich dann einfach doch eher mit Sie angesprochen werden und so zumindest das Gefühl haben, dass man mich für voll nimmt.
Vielleicht war ich aber auch in den letzten Monaten einfach nur zu oft beim IKEA.
Gestern Abend wurde mir das erstmals so richtig bewusst. Die direkte Anrede der schwedischen Holz-Imitat-Mafia ging mir derartig auf den Sack, dass ich bei der Hetze durch die unfassbar famose Möbelschau fast einen Kollaps bekam.
An jeder Ecke der gleiche Trottel-Ton, gezimmert auf Duplo-mässigen Schildern wie oben.
“Hier kannst du dich informieren.”
“Nehme dir hier ein Stift und mache dir Notizen.”
“Hier kannst du deine Kinder abgeben.”
“Hier kannst du pinkeln.” Alta! Bin ich 12 oder was?
Man hat die ganze Zeit das Gefühl, dass über bzw. hinter dir ein riesiger Riese (riesiger Riese?) steht, namentlich Ikea-Gründer Ingvar Kamprad, und dir die ganze Zeit auf den Kopf tätschelt – ne, so leicht eine hinten drauf haut. Frei nach dem Motto, einer muss ja diesem unterbelichteten treudoofen Lemming alias Ivar-Regal-Käufer alias Smedsta-Drehsessel-Opfer zeigen wo es lang geht.
“Alles wird gut kleiner Mann. Guck wie schön es hier ist. Gehe durch meine Möbelausstellung. Gestalte dir dein Wohnzimmer selbst. Diese Küche kannst Du gleich mitnehmen.”
Fuck you, Ingvar! Und verarsch mich net, ja! Ich kann nämlich gar keine Küche tragen!
Manchmal hat das Du-System auch einen kleinen Bug. Da freut man sich richtig, wie zum Beispiel bei der Warenausgabe.
Linkerhand heißt es noch: “Bitte wende DICH an unsere Mitarbeiter”, hingegen rechts wird man schon förmlicher. Gab vielleicht keine andere digitale Nummerntafel.
Jetzt ist aber erst einmal hoffentlich für lange Zeit wieder gut mit IKEA. Aber irgendwann heißt es sicherlich wieder:
Freitag, 19. Februar 2010 // 12:00 Uhr //
Außenreporter
Kommunikation ist so geil. Echt jetzt. Wer tagein, tagaus mit menschlichen Wesen zu tun hat, wird bald feststellen, dass der ein oder andere Mitmensch gewisse kommunikative Merkmale vorweist. Sympathische Schrullen, seltsame Angewohnheiten, stranges Blabla. Ich erfreu mich immer wie Bolle an solchen Kleinigkeiten.
Wir hatten zum Beispiel mal eine Praktikantin, die hat sich immer am Telefon mit einem mega-enthusiastischen „Hey hey“ gemeldet. Egal was anschließend kam, die Begrüßung war immer gleich euphorisch und im selben Tonfall.
„Hey hey! Leider hab ich wieder einen Riesen-Scheiß für dich geschrieben, hab dir den unsäglichen Artikel zum Redigieren geschickt.“ Das war so fett, dass wir uns wochenlang im Büro alle mit „Hey hey“ angebrüllt haben.
Wenn der liebe Kollege, der bei meinem Arbeitgeber fürs Bild bearbeiten zuständig ist, einen anruft, sagt er im ebenfalls immer genau gleichen Tonfall „Hallo, Tachtach“, wobei das „Tachtach“ einem Maschinengewehr gleich aus seiner Gosch ballert. I’m lovin it!
Da ich mich jedes Mal schon drauf freue, wenn er mich anruft, weise ich ihn auch nicht drauf hin. Sonst würde er es sich ja vielleicht abgewöhnen, und mein Leben wäre wieder mal um eine Konstante ärmer, das ist nix im Alter.
Als ich vor elf Jahren mein erstes Praktikum bei einer Lokalzeitung absolvierte, gab es dort einen steinalten Redakteur. Wenn der einen per Telefon wegen eines Artikels belästigte, sagte er zur Begrüßung immer „Ich stör nur ungern beim Tatort, aber…“, egal ob montags früh um 7 Uhr oder Mittwochs um 13.42 Uhr.
Hab den Witz nie verstanden, war aber auch viel zu jung und schüchtern, den 800 Jahre alten Kerl darauf hinzuweisen, dass ich zu der Zeit eindeutig mehr auf Armaggedon oder Verrückt nach Mary stand und es mir im Tatort zu wenig Explosionen gab.
Aktuell mein absoluter Liebling in Sachen kommunikatives Alleinstellungsmerkmal, wie windige Werber solche Schrullen wohl nennen würden, ist mein Kumpel Alex. Der sagt in einem so schlimm verbindlichen Ton am Ende jedes Telefongesprächs „Tschau Tschüss Tschau“, dass ich ihn mittlerweile wegen völliger Nichtigkeiten anrufe, nur um regelmäßig in den Genuss von „Tschau Tschüss Tschau“ zu kommen.
Einen ganz eigenen Style am Telefon hat übrigens auch der Ram. Der sagt zum Abschied immer ein Clint Eastwood-mässig hervor gepresstes „Tschüss“, völlig emotionslos dahergezischelt.
Am Anfang unserer everlasting Freundschaft hab ich immer gedacht, ich hätte irgendetwas Falsches gesagt, und der Kerle sei irgendwie stinkig am Ende des Ferngesprächs.
Mittlerweile weiß ich es aber besser. Der Ramelam ist mit dem Kopf am Ende eines Telefonats schon bei den nächsten 382 Aufgaben, die er anschließend in 46 Sekunden erledigen wird. Welt retten, Text schreiben, Schnaps trinken, laufen gehen, und dazwischen noch neues CK One kaufen.
Sotele, muss Schluss machen, mit Martin ins Solarium. Bissle Farbe holen vorm Tatort. Tschau Tschüss Tschau!
Donnerstag, 18. Februar 2010 // 16:27 Uhr //
martin
Vorhin hat ein Leser auf unsere Facebook-Seite geschrieben: “Als ich das Foto vom Picaldi sah, ist mir ganz kurz Bushido vor meinen Augen erschienen!”
Wir können gerne auch Bushido erscheinen lassen, kein Problem. Der Rapper will angeblich im Jahr 2011 mit der Bushido Partei bei der Berliner Senatswahl antreten, sagte er zumindest auf DASDING.tv.
Motto: “Mehr Ghetto vom Brutto.” Und ein neuer Caesar sowieso…
Donnerstag, 18. Februar 2010 // 9:55 Uhr //
martin
Kessel.TV enthüllt was Stuttgart-Basher es schon immer wussten: Stuttgart ist völlig 0815. Totale Langeweile. Kennste eine Straße, kennste alle. Wie ausm Katalog. Austauschbar. Und dann erst die ganzen Kleingärten auf der Königstraße, unerträglich.
Noch schlimmer: Stuttgart ist namenlos. Das Wort Stuttgart gibt es gar nicht, sondern spukt nur in einer Handvoll Köpfen herum. Denn: Wir sind eigentlich Musterstadt!
Auf diese Niederlage muss ich erst mal einen trinken.