Donnerstag, 25. Februar 2010 // 8:52 Uhr //
Jana

Traumhafte Verhältnisse im Zillertal, in Oberstdort, Laax…
Wintersportlern juckt’s gerade regelmäßig in den Beinen – spätestens am Freitagabend wird nochmal das Wetter im Internet gecheckt. Vielleicht müssen wir morgen einen Tag spontan in die Berge. Nur wie?
Das führt in meinem Freundeskreis immer wieder zu Diskussionen. Während die einen genau wissen, wann Breuninger, Kreissparkasse oder diverse Busunternehmen in welches Skigebiet aufbrechen, ist das für die anderen Hass pur.
Ich gehöre zur ‘Hass pur’-Fraktion. Klar, war ich auch schon auf Tagesskiausfahrten dabei. Während der Schule oder dem Studium war das der Brüller. Und ich war immer ernsthaft dankbar, dass das jemand organisiert hat und ich mich nicht mit meiner ganzen Ausrüstung und 100 anderen Leuten in den Zug nach Oberstdorf begeben muss. Aber heute?
Allein der Gedanke daran, mich morgens um 4 Uhr am Hauptbahnhof zu sammeln… kein Spaß. Wenn es dann endlich losgeht, folgt um 4.15 Uhr der nächste Stop in Waiblingen und um 4.45 Uhr in Esslingen und dann Göppingen usw.
Gegen halb sechs ist der gute Premium-Reisebus (“aber bitte keinen Müll in die Sitztaschen”) dann voll mit motivierten Wintersportern. Oder eher motivierten Après-Ski-Partyfans?
Ich vertrete ja die Meinung, dass Menschen sich diese Kaffeefahrten-Tortur nur antun, weil sie sich ab 14.30 Uhr gepflegt vollaufen lassen wollen. Oder weil sie noch keinen Führerschein haben. Oder auch beides. Da muss ich nicht dabei sein.
Spätestens bei der Heimfahrt wird es nämlich hässlich: Da sitzen wir dann in einem Bus mit 60 Après-Skielern. Und während der Bus in Göppingen, Esslingen und Waiblingen hält, wünschst du dir nur noch, dein eigenes Auto dabei zu haben.
Ich bekenne mich, ich glaub ich bin zu alt. Wenn’s also das nächste mal wieder Diskussion gibt: Jetzt habt ihr’s Schwarz auf Weiß: Ich fahre.
Freitag, 19. Februar 2010 // 14:33 Uhr //
Jana

Traurige Nachrichten ereilen mich und alle anderen Stuttgarter SSAW-Fans: Bei holde maid habe ich gelesen, dass der Shop in der Eberhardstraße 6 (Rückseite, beim ehem. Club 66) schließt, und das schon im April.
Der SSAW (spring, summer, autumn, winter) war wohl in dieser Location von Anfang an nur auf zwei Jahre geplant. Die Betrieber Oliver Moore und Thorsten Grimm sind eigentlich Graphiker, und wollen sich nun auch diesem Job wieder vollkommen widmen.
In den letzten Jahren fehlte ihnen dazu zunehmend die Zeit, denn der SSAW lief richtig gut – sowohl der Stuttgarter Laden als auch der Online-Shop.
Der wiederum kam laut den Machern ironischerweise nicht wie eigentlich geplant in der Region, sondern besonders bei Fashion-Addicts aus größeren Metropolen wie Berlin oder gar New York an. Der Shop hatte nämlich öfters mal das eine oder andere begehrte Teil von ACNE, Henrik Vibskov und Co. auf Lager, das andersweitig längst vergriffen war, wie man auch auf Lesmads nachlesen kann.
Ich bin jedenfalls schwer traurig. Habe das SSAW, das lange Olympia hieß und im heutigen Abseits gestartet ist, als dies sich noch im Rohbau befand, sehr gemocht. Zwischendurch residierte der Laden übrigens einige Jahre im Rocker-Gebäude, direkt über dem Eingang inklusive imposanten Balkon.
Und jetzt ist erstmal Schluss. “Total SALE forever” heißt es auch im Online-Shop. Ob der weitergeführt wird, ist noch unklar. Letzte Chance also vorerst, Männer, sich mit dem begehrten APC-Hemd in schwarz mit weißem Kragen einzudecken. Nächste Woche ist erstmal “Hosen-Sale”, dann sind die Schuhe dran. Am besten immer mal wieder reinschauen die nächsten Wochen.
SSAW – Eberhardstaße 6, Rückseite
www.ssawstore.com
Update: Die Galerie Self Service bleibt weiterhin geöffnet.
Freitag, 5. Februar 2010 // 12:31 Uhr //
Jana

Mittels handelsüblicher Aufkleber an meinem Briefkasten versuche ich das auch den Zeitungsausträgern klar zu machen. Vergebens. Ist mir nach meiner Rückkehr aus Berlin erst wieder schmerzlich klar geworden. Und meiner Nachbarin auch. Frau J. kann es nämlich gar nicht haben wenn ‘des Glomb’ aus meinem Briefschlitz guckt.
Aber was soll ich denn noch machen? Vielleicht muss ich deutlicher klar machen, dass ich Edeka-Prospekte, Angebote vom Anwalt aus der Nachbarschaft und Döner-Bestelllisten als Werbung empfinde. Vielleicht mit nem neuen Schild. Weitere Vorschläge?!

Freitag, 29. Januar 2010 // 13:45 Uhr //
Jana

Die Fashion Week (hier die Show von Marcel Ostertag) aus Sicht der Stuttgarter Bloggerinnen
Nicht nur Pierre war zur Fashion Week in Berlin auch meine Wenigkeit und einige Modebloggerinnen aus Stuttgart waren ins ehrwürdige Zelt am Bebelplatz geladen. Mit Fernsehkameras konnten wir allerdings nicht dienen, weshalb wir auch allesamt nicht bei Chaya eingeladen waren… Schad.
Aber wir haben anderes gesehen. Hier die Fazit’s zur MBFWB (Mercedes-Benz Fashion Week Berlin, ja so muss das heißen) aus Stuttgarter Sicht:
[mehr nachm Sprung…]
Dienstag, 12. Januar 2010 // 8:00 Uhr //
Jana

Januar ist Prozente-Zeit! Seit der Winterschlussverkauf abgeschafft wurde, nennt sich das Schnäppchenjagen ‘SALE’ – ansonsten hat sich nicht so viel geändert. Ich würde fast meinen, dass die Prozente-Schlacht in den Läden jedes Jahr heftiger wird.
50%, 70% – die Rabatte überschlagen sich und das ganze wird durch Daisy’s Winterwetter noch unterstützt. Schließlich kommen die reduzierten Stiefel und Winterjacken ja jetzt erst richtig zum Einsatz.
Mein SALE-Tipp für die nächten Tage: le point rouge, ein “tempory outlet store” (schnieke, schnieke,…) neben der Schräglage.
Im Klartext: Ein vorübergehender Schnäppchenladen von zwei Boutiquen aus den Gerberviertel. Zu kaufen gibt’s (Di-Do nachmittags und am Samstag) Acne, Princess tam tam, Vanessa Bruno oder Missoni. Am 23.1. ist Schluss damit, dann macht der Laden wieder zu.
Was mich persönlich angeht, so habe ich ein unglückliches Händchen, was SALES angeht. Ich greife zielsicher ins Regal und ziehe ein Teil heraus. Leider hängt dann anstatt des erhofften ‘reduziert’ Schildchens ein ‘neue Kollektion’ Zettel dran.
Mittwoch, 6. Januar 2010 // 15:13 Uhr //
Jana

Heftchen raus! Der RAM hat angefangen seine Magazine vorzustellen und ich folge seinem Beispiel heute. Ganze zwei Magazine habe ich aktuell im Abo, nämlich die beiden. Ab Januar folgt (danke Christkind) noch die InStyle. Dazu kommen dann noch acht Fachmagazine, die ich seit Längerem im Abo habe (IWB, W&V, PR Report,…), aber die möchte ich euch an dieser Stelle im Detail ersparen.
Also Vogue und Manager Magazin: Preise für eine ausgefallene Lektüre gewinne ich damit nicht, das ist mir klar. Ich steh dazu. Wenn ich was über Wirtschaft lesen will, dann lese ich ein Wirtschaftsmagazin. Ich brauche keine Wirtschaft für junge Leute oder Wirtschaft speziell für Frauen oder whatever.
Ich liebe das MM – oder wie ich es nenne: Das Feuilleton der Big Bosse. Alle aktuellen Wirtschaftsthemen herunter gebrochen auf Personen (wir wissen ja, so versteht man das leichter) und mit Vergleichen und Beispielen gespickt, dass man auch in der U-Bahn folgen kann.
Die Vogue, da gibt’s einfach gar nichts, ist bei den Modemagazinen das Maß der Dinge. Manche regen sich über die viele Werbung auf, dabei ist die ja auch schon bewunderswert für eine Vogue-Leserin, manche ärgern sich über die unbezahlbare Mode, die abgebildet wird.
Ich sehe das pragmatisch. Ich schaue mir das einfach gerne an, muss es ja nicht gleich kaufen. Schließlich spaziere ich auch lieber über die Gänsheide als durch Hallschlag.
Vogue lesen bringt einem keinen wirklichen Mehrwert, außer Entspannung. Das ist wie Pralinen essen… oder so.
Vor der Vogue habe ich lange die Glamour gelesen, bis ich das einfach sein lassen musste. Das Magazin – Conde Nast wird es mir verzeihen, ich bin ja der Familie treu geblieben – finde ich nur noch Mist. Shopping Week, Must-Have des Monats?! Ich zahle doch nicht dafür, um mit der primitivsten Form der Produkt-PR penetriert zu werden.
Außerdem lese ich liebend gerne Klatsch-Magazine. Ja, das ist auch primitiv, aber im 6-Uhr-Flieger bin ich zu gar nichts anderem in der Lage. So ist das halt.
Einzige Bedingung: Richtige Stars, nicht diese deutschen Casting-Reste. Ansonsten bin ich da ziemlich flexibel: IN, OK, Intouch, Life & Style, Gala – quer durch die Verlage, da kann jeder mal ein Geschäft mit mir machen.
Ich brauche ein solches Heft, wenn ich in den Flieger steige. Das gehört zum Frühstücksbomber, wie der labbrige Löskaffee. Ich hab’s mit den intelektuelleren Heften versucht- Missy Magazine, Emma, neon (ist das wirklich besser?!) – macht kein Spaß. Dann kann ich gleich zu einem der acht Hefte greifen, die ich oben kurz angeschnitten habe.
Freitag, 18. Dezember 2009 // 13:30 Uhr //
Jana

(Vintage Tempel im Stuttgarter Westen: das Gewand)
Vintage ist in aller Munde: Kate Winslet trägt Valentino Vintage, im Internet gibt’s Milliarden von Vintage Shops und wenn man eine Freundin fragt, wo sie die Kette her hat, dann ist die ebenfalls Vintage.
Vintage ist ein schönes Wort, aber letztendlich bedeutet das einfach: Secondhand. Schon mal getragen. Gebraucht gekauft. Eventuell beim Wühli. Ja, meine Herren, nennen wir das Kind doch beim Namen, wir sprechen hier von Altkleider. Und ja, die Mädels lieben es! Am Anfang war’s eine Randerscheinung, jetzt ist es massentauglich.
Nun mag sich der eine oder andere fragen, wieso altes Zeug? Ihr könnt alles kaufen, dank h&m auch alles günstig was dann (zumindest fast) so aussieht wie die Designersachen und wenn’s mal was Besonderes sein soll – hey, die Königstraße ist voll. Bei bisherigen Gepräche mit Kerlen zum Thema Vintage endet das Verständnis der Herren spätestens dann, wenn sie hören, dass auch Schuhe ‘vintage’ gekauft werden.
Es gibt sicher einige Erklärungen für die unglaubliche Faszination, die alte Klamotten und Schmuck auf Frauen ausüben. Zum einen ist es die Nostalgie.
Ein 80’s-Shirt ist wie Frigo-Brause essen. Zum anderen ist es der Mythos: Eine Pill Box erinnert uns an Jacky O., lange, alte Perlenketten an Coco Chanel, auch wenn wir die Epochen der beiden nie erlebt haben. Oder gerade deshalb. In Stuttgart gibt’s ja eine ganze Reiher netter Läden und Anlässe, bei denen wir Mythos und Nostalgie frönen können. (Weltenbürger, Salon Vow oder der Flohmarkt am Karlsplatz)
Einen ganz besonderen Grund gibt es noch für die Freude an alten Sachen (und das ist so eine Art Lehre für’s Leben): Die Einzigartigkeit. Ein schönes Stück ist schwer zu finden, man muss es ‘jagen’. Aber wenn man es hat, ist man die einzige, die es hat. Ja, das finden wir wirklich klasse.
Montag, 14. Dezember 2009 // 8:42 Uhr //
Jana

(Männerträume 2009: Premium-Ware aus Geislingen-City.)
Was in den 70ern die Hifi-Anlage und in den 90ern die Garage war, ist heute die Küche. Das habe ich vorletzte Woche bei NDR gelernt. Während die Männer früher ihre Autos, das Werkzeug und die Werkstatt zelebrierten, ist jetzt die Küche dran. Ganz im Ernst: die haben Recht beim NDR.
Seit Jamie Oliver und Tim Mälzer horten die Männer japanische Messer im Wert einer ganzen Ikea Küche, sie wissen aus welcher Region guter weißer Trüffel kommt und machen ihr Pesto selbst. Kein befreundetes Pärchen, bei dem er nicht der Küchenchef ist. Nicht ohne Grund gibt es seit kurzem ein Männermagazin namens “Beef”.
Und wenn die Herren kochen, dann wird gekocht – nicht einfach Essen gemacht. Mirkowelle und Handrührer sind tabu, es leben Mörser und Wok.
Und was halten wir davon? Wir sollten uns einfach mal freuen: Nie hatten die Herren ein besseres Hobby.
In diesem Sinne, Mädels: Genießt es, sorgt dafür, dass die Basics da sind (denn so profane Dinge wie Butter oder Mineralwasser kaufen gehört nicht zur männliche Haute Cuisine) – wer weiß schon was die Garage des nächsten Jahrzehnts ist. Womöglich wollen sie ins Bad…
Dienstag, 8. Dezember 2009 // 8:43 Uhr //
Jana
Bei einem kleinen Damentratsch am Wochenende kamen wir auf das Thema “Adventskalender” zu sprechen. Ich hätte nicht gedacht, dass das mal überhaupt ein Thema ist. Ich habe auch so ein Schoko-Ding, aber das ist nicht die Art von Adventskalender, die ich meine. Eher diesen hier:

Wie sich heraus stellte ist es wohl eine mir bisher unbekannte Tradition, dass Mädels ihren Jungs einen Adventskalender basteln. (Vom umgekehrten Fall ist mir bisher nur einmal etwas zu Ohren gekommen.)
Im Laufe des Gesprächs kam heraus, dass die Damenwelt zwischen zwei und zehn Euro pro “Türchen” ausgibt. Das ist echt viel Geld. Und die 24 Kleinigkeiten (was brauchen denn Männer zwischen zwei und zehn Euro? Kippen?) werden dann auch zu wahren Kunstwerken verarbeitet. Nix mit Beutel und fertig.
Da hatten wir eine kleine Pappmaschee-Landschaft wie einen Goldplatz mit 24 Löchern, einen geschmückten Baum, eine morgendliche Schnitzeljagd zum Geschenk usw. Freut euch das, Männer? Bastelt ihr auch? Oder übertrumpfen sich Mädels nur gern gegenseitig mit ihrer Bastelei?
Naja, hat geklappt. Obwohl ich es selbst eigentlich gar nicht einsehe: ein bißchen geschämt habe ich mich schon nach dem Gespräch. Meiner hat nicht mal ein Schoko-Ding bekommen.
Montag, 23. November 2009 // 11:45 Uhr //
Jana

Radfahrer, so ist es einfach, haben nur Feinde und dabei sind Radfahrer eigentlich die besseren Menschen (umweltfreundlich, gutgelaunt, gesund – weiß man ja).
Autofahrer sind schon immer der Feind der Radler. In der Stadt der Autos ist das schon mal kein Spaß. Wer vorne einen Stern hat, macht seine Fahrertür auf, wenn er es für richtig hält. Da wird er bestimmt nicht die Erlaubnis eines nahenden Radlers abwarten.
Nun stellt sich für mich immer mehr heraus, dass die Fußgänger in diesem Krieg auf der Seite der Autofahrer sind. Wahrscheinlich weil die meisten Fußgänger auch Autofahrer sind, aber keine Radfahrer. Also bleiben für uns Radfahrer nur noch Feinde.
Zu den Feinden gesellen sich schlechte Rahmenbedingungen (Kessel) und mangelnde Radwege. Hat man endlich mal einen Radweg gefunden, ist er entweder mit einem Lieferwagen zugeparkt oder er endet einfach, ohne Vorwarnung.
Ich für meinen Teil kann damit leben, denn ich fahr auch gerne Gehweg. Doch dort lauert schon wieder der Feind. Als gelassener Radfahrer stört es mich natürlich nicht, wenn mir böseste Beschimpfungen zufliegen, weil ich es wage den 3 Meter breiten Gehweg am Cityring mitzubenutzen. (Gestern sagte doch tatsächlich einer, man solle mich über’s Knie legen. Bitte?!)
Auch der wöchentliche Renter-Angriff, die mich wahlweise mit einem beherzten Griff an Lenker oder Ärmel direkt vom Rad holen wollen, stehe ich – ganz der lässige Radler – locker weg. Wir sind ja die besseren Menschen. Ich lass mich nicht provozieren. Aber wehe, die begegnen mir mal, wenn ich im Auto sitze…