Heslach Instawalk of Life

Hat mal ebber n Kreuzschlitz? Und kann bitte einer von den vielen DJs hier kurz „Walk of Life“ von Dire Straits anspielen? Danke. Sowas nennt man dann wohl Ohrwurm-Selfie.

Passend dazu obiger Sensationsfund gleich am Anfang meines Samstagspaziergangs durch Heslach. Wir hatten Heslach hier ja schon öfter mal als Thema auf’m Blog – immer verbunden mit der Frage: Ist das schon Heslach oder noch Süd? Weil eben keiner so richtig weiß, wo Heslach anfängt und aufhört (Google definiert das Gebiet Heslach folgendermaßen, deine Redaktion). 

Ein bisschen wie bei der unsäglichen Barbara Schöneberger. Wo auch keiner so richtig weiß, wo sie anfängt und aufhört. Dass sie jetzt in ihrer eigenen, nach ihr benannten Powerfrauenzeitschrift ‚Barbara‘ neulich ungeschminkt zu sehen war, macht übrigens beides nicht besser: weder die echte noch die gedruckte Barbara.

Dass ungeschminkt nicht unbedingt geiler ist, sieht man auf diesem Foto.  Da hat sich Heslach nämlich als Berlin verkleidet. Und das sieht doch top aus. In einer kleinen unscheinbaren Seitenstrasse. Ich weiß gar nicht, ob da jemand zum sitzen auf eigene Gefahr oder Fahrradkaufen vorbeikommt, aber es wäre allen sehr zu gönnen.

Die Leiter muss mir bitte mal jemand erklären. Ich nehme an, man hat das UG außen gestrichen. Wie heißt denn das, wenn da unten erstmal so n anderes Material als Spritzschutz verbaut wird und man dann erst weiter oben mit klinkern anfängt?

Wer weiß das? (Wahrscheinlich heißt das vor allem mal nicht ‚klinkern‘ wenn man mit Backsteinen baut, oder?)

Dieses super Gebäude sieht man gut von oben, wenn man den blauen Weg runtergeht. Ich dachte bis letzte Woche, das ist ne Blindenschule. Hat mir irgendjemand mal geschwindelt. Steh ich am Samstag davor und seh: das ist ne Werkrealschule. Wenn die mal leer ist (Stichwort: 6 Wochen Sommerferien), würde ich da gerne einen Internatshorrorfilm drehen.

Wo so verzogene Internatsschüler mit von und zu im Namen und mit Polospielern auf der Hemdtasche von Zombies belagert und später auch gefressen werden. Vielleicht in diesem Fall sogar von Gartenfreundezombies. In Spiel wäre das nebenan dann ein Zombievereinsheim und die Untoten würden sich fortpflanzen, indem sie sich selber in den Boden pflanzen, sich gärtnern und dann im Frühjahr ernten.

Es gibt doch hier immer dieses Fantasy-Filmfest. Wollen wir diese Idee da mal einreichen? Ich spüre, sie hat Potenzial.

Instawalk geht übrigens so, dass man was fotografiert und dann vergisst, warum man es fotografiert hat, es aber noch gut findet und dann halt einen Schmarrn dazu schreibt. Zumindest mal in der kessel.tv Definition von Instawalk: gut knipsen, dumm rausschwätzen.

Vor dem kleinen Hexenhäuschen stand ich zum Beispiel und dachte mir: sowas gibt es glaube ich nur noch in Heslach. Wobei das jetzt auf dem Foto aussieht, als sei das gar nicht so klein. Und als könne das genauso gut in Zazenhausen stehen. Kann es aber nicht. Es war wirklich winzig. So, dass dort nur Zwerge wohnen können. Zombiezwerge, die irgendwann einen Battle mit den Internatsschülern von oben beginnen…und…ach, egal. Vergesst es wieder!

Hier hatte ich mir vom Foto mehr versprochen. Ich gebe es zu. Mir hat gefallen, dass da ‚Restauration‘ steht und dass es aber zugemauert ist und man die Restauration noch ahnt. Und dass man sich vorstellen kann, wie da nachts ein Gewohnheitstrinker aus Gewohnheit zum picheln rein gehen will und sich eine Gehirnerschütterung holt und ohnmächtig wird. Und dann im Marienhospital nebenan aufwacht und sich denkt: Auweia. In die Restauration geh ich nimmer saufen, da brummt einem immer so der Schädel danach. Ach Gott, ist das schon wieder ein Quatsch hier alles (#heinzstrunkvoice).

Dieses Bild hätte ich lieber in Südfrankreich geknipst, denn da gehören Himmel und Markise hin. Wenn man es lange genug anschaut, spielt im Kopf irgendwann ein Akkordeon eine lange vergessene Melodie und eine zarte Frauenstimme ruft „Jaques, komm nach oben, die Boullabaise ist fertig.“

Nur einen Straßenzug weiter: schon wieder Berlin. Berliner gehts ja wohl nicht. Die vielen Bewohner müssen sich zwei Ausgaben der ‚Neukölln aktuell‘ teilen und wenn schon die erste Mietspartei das Sudoku gelöst hat, bleibt für die anderen nur noch das olle Feuilleton.

Dieses Bild könnt Ihr auf Anfrage in streng limitierter Auflage bei Lumas kaufen. Wobei ich Lumas blöd finde und Ihr es euch deshalb glaube ich lieber hier mit der rechten Maustaste und der Tastenkombination alt-strg runterladen und ausdrucken könnt. Ich möchte nicht, dass Lumas mit mir Reibach macht.

Dass es in Heslach eine aufblühende Gastroszene gibt, hat sich noch nicht bis zu den Januschs und den Riedmüllers dieser Stadt rumgesprochen. Das Problem ist glaube ich nur, dass es hier in den Off-Locations auch Off-Klientel gibt.

Heslach – home of the Frühaufsteher. Da hat sich in den letzten Jahren augenscheinlich eine prosperierende Earlybird-Szene gebildet. Menschen, die morgens um 8.00 keine Matchalatte trinken. Unter anderem auch, weil man die auf nüchternen Magen so schlecht verträgt.

Wer von Euch war das? Irgendein Lyonerjunkie hat dem Metzger Fluhr doch tatsächlich die Scheibe eingeschmissen. Das muss irgendwann zwischen 1.00 nachts und 8.00 morgens passiert sein – denn sonst hätten es die frühen Vögel und späten Säufer von schräg gegenüber ja gemerkt.

Ich setz mich jetzt wahrscheinlich in die Nesseln, wenn ich frage, what the fuck das soll, weil diese Orte irgendwie tragisch oder historisch miteinander verbunden sind und ich das nicht verstehe.

Ich hab auch zuerst Enschedde und Rammstein gelesen und gedacht: Ach guck, da hat jemand Orte, die für ihre Katastrophen bekannt geworden sind, zusammengestellt und in eine Stahltür gestanzt.

Mir ist aber dann ehrlich gesagt der weitere Zusammenhang zwischen, sagen wir mal Pirmasens und Schorndorf nicht ganz klar. Wo ist der rote Faden? Was haben Frankfurt und Nagold gemeinsam? Außer, dass sie irgendwo in Heslach (mit ich nehme an einem Laser?) aus einer Eingangstür gefräst wurden? Kann das bitte jemand für uns rausfinden?

In der Zwischenzeit haben wir uns dafür für euch die Mühe gemacht und Jean-Pascale Lisson gegoogelt. A) wollten wir wissen, ob wir unser Supermodel Hotte da in die Kartei kriegen. Und B) fanden wir, dass eine Modelagentur aus Heslach so ein gewisses je-ne-sais-quois versprüht. Eines, das vielen internationalen Modelagenturen leider über die Jahre verloren gegangen ist („Das Post-Heidi-Symptom“).

Eine Website hat die Model Casting Agentur Jean-Pascale Lisson (JPL) zwar nicht. Dafür einen recht viel versprechenden facebook „Auftritt“. Man erfährt dort, dass Jean-Pascale Lisson (JPL) gleichzeitig Fan von Bayern München und Unheilig ist. Und dass er/sie (JPL) gerne Verbotene Liebe, DSDS und Big Brother mag.

Dieses Motiv habe ich gleich zweimal fotografiert. Einmal mit Licht, einmal Gegenlicht. Das Logo/Signet – das glaube ich keines ist sondern einfach nur eine Teppichklopfstange oder ein ungedeckter Carport aus einer Zeit das sicher noch nicht Carport hieß und war – hatte es mir angetan.

Sagt man eigentlich noch „etwas hat es mir angetan?“ Ich muss mal meinen Booker bei JPL fragen. Die sind dort immer up-to-date, was Trends und Co. angeht.

Ihr seht aber schon, dass ich bei der Gegenlichtaufnahme versucht habe, die Sonne genau in diesem Kreisding einzufangen. Wie das geht, erfahrt ihr im nächsten Fotoworkshop für Einsteiger und Fortgeschrittene. Die Termine gibt es wie immer auf der Homepage meiner Agentur Jean-Pascale Lisson (JPL).

Und dann…auf einmal…mitten in Heslach…plötzlich Hamburg, Schanze. Schön da. I Like.

Und dann aber auch wieder Heslach. Also so richtig Heslachheslach. Man kriegt – so wie man bei Jean-Pascale Lisson (JPL) plötzlich Bock auf eine Modelkarriere bekommt, hier doch plötzlich einen unglaublichen Jieper auf Kaffee. Im Stehen. Nicht to go. Sondern genau hier stehen und Kaffee trinken und sich freuen, dass es sowas noch gibt. Somex 1 –  Starbucks 0. Und das ist auch… gut so!

Einen Hof weiter: auch wieder Nesseln. Ich dachte nämlich erst, das ist ein Autobianchi. Und dann seh ich am Kühlergrill – den ein Bastler fälschlicherweise dorthin gebaut hat, wo eigentlich der Scheibenwischer hingehört und sich dann gewundert hat, dass die Karre nicht mehr anspringt – das alte Fiat Logo!!!

5 Streifen. 2 mehr als adidas.

Auch das hab ich für euch anschließend gegoogelt. Na gut, hauptsächlich nicht für Euch, sondern für mich. Meine erstes und mein drittes Auto waren nämlich ein Fiat (stimmt das grammatikalisch? Waren {plural} ein Fiat {singular}? )

Beide Karren hatten jedenfalls dieses Logo. Der 131 Mirafiori und der Fiat Uno, zweite Generation.

Laut Google, bzw. laut einem Autonerd, der „Fiat Logo Meaning and History“ ins Internet gestellt hat, gab es das 5-schräge-Streifen Logo nur von 1991 bis 1999. Dann haben sie im Marketing gemerkt, dass da gar nicht Fiat drauf steht und haben wieder Fiat drauf geschrieben.

So, dass man die Fahrzeuge in Zukunft nicht mehr mit einem Autobianchi verwechseln kann.

Wir hatten ja nichts in Heslach nach dem Krieg. Nur Schutt und Trümmer. Auch so ein Zeitdokument. Nur halt von 2017.

Das gefällt mir auch sehr gut. Jetzt bewegen wir uns schon Richtung Marienplatz und kommen damit auch langsam zum Ende unseres kleinen Instawalks.

Die Audioguides bitte wieder vorne abgeben und das Kabel NICHT aufwickeln. Wenn’s Euch gefallen hat, sagt es gerne weiter. Wenn nicht, sagt es uns. Unter allen Teilnehmern verlosen wir einen minderwertigen Lumas Print dieses Bildes mit dem Titel „Herne oder Heslach – Hauptsache Zeche“.

Und wer jetzt noch Lust auf ein kleines Spielchen hat: Willkommen in der kleinen Novoline-Oase am Ende unserer Tour. Frau Wüpper hat gerade durchgebohnert. Gebt ihr noch ein paar Minuten, es ist noch bissle feucht.

Tschüsskes und Glück auf – und nicht vergessen: Die kessel.tv Line-Extension www.kesselban.de. Ein modernes Portal, auf dem wir in Zukunft nicht nur Handwerker und Start-ups vernetzen wollen, sondern auch Menschen mit Menschen. Klickt Euch rein und seid dabei, wenn es wieder heißt: man muss auch mal was gut finden. Und wenn es Heslach ist, wo man sich manchmal fühlt als hätte man auf einer kleinen indonesischen Insel eines der letzten Naturvölker entdeckt.

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