Einfach mal big thinken

(Symbolfoto: Kultur)

Comeback des Jahres: die „Kulturmeile“ an der B14, zwischen Charlottenplatz und Gebhard-Müller-Platz – dort wo eine der hässlichsten Straßen, eine nicht minder attraktive Schneise durch die Stadt zieht. Auf der einen Seite: Staatsgalerie, Gericht, Landesbibliothek und auf der anderen Seite: Landtag, Oper, Schauspielhaus. Und ich so: „Und das Goldmark’s!“

Ein echter Cityboulevard, der beide Straßenseiten eint, wurde da bereits vor Jahren angedacht, doch die Pläne verschwanden letztmals 2009 wieder in den Schubladen. Einer der Gründe damals: der Gewinn an urbaner Lebensqualität rechtfertige die Investition von 70-80 Millionen Euro nicht. Nun bietet sich mit der geplanten Sanierung der Oper wieder die Möglichkeit, das kosmetische Projekt doch noch anzugehen.

Der frühere SWR-Moderator Wieland Backes macht sich da eigens mit dem neu gegründeten Verein „Aufbruch Stuttgart“ und kultureller Stadtprominenz für die Kulturmeile beziehungsweise ein attraktives Kulturviertel stark.

Die Idee klingt natürlich gut. Dennoch drängt sich förmlich die Frage auf, wie viele Baustellen die Stadt noch ertragen kann – auch wenn diese Baustelle mal wieder eine wäre, von der tatsächlich die Kultur profitieren könnte. Alleine schon, weil sich die Chancen verringern, auf dem Weg zur Oper überfahren zu werden.

Trotzdem, kurze Schockstarre, als da in der StZ stand: „Der Manager des SWR-Symphonieorchesters, Felix Fischer, sprach sich für den Bau eines Konzerthauses als „Leuchtturm“ nach dem Vorbild der Hamburger Elbphilharmonie aus.“

Bitte nicht. Denn eines ist auch klar: noch so eine fehlgeplante Lachplatte wie der Quatsch am Bahnhof würde nur den Comedy-Faktor in Stuttgart erhöhen.

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