Consafos Opening

Als der Karstadt abgeschlossen hat und die Baustelle auf (Stichwort Primark), hat das 8 days a week (USP: frisch gebrühter Kaffee-Genuss und Bio-Eis) am Jospeh-Süss-Oppenheimer-Platz, von dem zuvor viele gar nicht wussten, dass es diesen Platz überhaupt gibt, das Handtuch geworfen. Kann man auch verstehen, ist aktuell ziemlich laut und wüst da. Einladend geht anders.

Roy Safo, manchen seit vielen Jahren bekannt aus dem Waranga, hat die temporäre Lage nicht abgeschreckt, denn die Bauarbeiten sollen bis spätestens Ende 2017 beendet sein, und eröffnet heute im ehemaligen 8 days a week seine erste eigene Gastro: die Miniatur Café Bar Consafos.

Heißt zum einen eben „bei den Safos“, und zum anderen bedeutet der  Term „con safos“ so viel wie „mit Respekt“ und wurde auch in der frühen amerikanischen Graffiti-Szene der 1940er, 50er als Markierung benutzt, wenn ein Piece vollendet war, damit keiner drüber pfuscht. 

Das schlägt sich auf den Look und Spirit des Ladens um („Bei uns wird Nachbarschaftsliebe, Freundschaft, Respekt und Begeisterung groß geschrieben“), verziert mit Graffiti-Art und Skateboards. Das Consafos hat Roy in Eigenregie geplant und umgebaut, die prinzipielle Raumanordnung ist dieselbe wie im 8 Days, wenn man reinkommt links die Bar, rechts „Gastraum“. Klein und gemütlich wie Norman (und der ist fast größer als das Consafos).

Unterschiede zum 8 days: Grautöne statt Weiß, Gin statt Bio-Eis. Das hat sich sogar gereimt und was sich reimt ist gut. 

Das Consafos bietet täglich außer Sonntag ab 8 Uhr (Samstag 10 Uhr) Kaffee aus Stuttgart (vom Mókuska aus West) sowie kleine Snacks an und geht im Laufe des Tages mit einem vielseitigen Gin-Angebot aus verschiedene Ländern in den Barbetrieb über (wegen mir könnt ihr auch morgens um 8 Uhr schon einen Gin Tonic trinken, ich schreib das jetzt nur mal so).

Bier aus Schönbuch/Böblingen und Wein von einer befreundeten Winzerin aus Rheinhessen gibt’s freilich auch, außerdem wird monatlich eine besondere Spirituose, die den Safos am Herzen liegt, zu einem fairen Test vorgestellt. Im Opening Monat ist das der Opihr Mule für 6,50, und der Opihr-Flaschenhals stieß eine vorzügliche intensive Aroma-Wolke aus.

(Roy meinte btw, was ich ich noch nie gehört habe, es gibt Gastros, die Gin-Misches mit einem außergewöhnlichen Gin für 16 bis 18 Euro verkaufen. Da fiel mir die Kinnlade runter und der alte Gastro-Kalauer ein: Ich wollte nicht gleich den ganzen Laden kaufen. Und nächste Woche erzähle ich euch meine Feelings über Gin Tonic, Wodka Gorbatschow und Schnitzel mit Pommes. Ist wie beim Burger, Pizza und Döner – bitte kein allzu großes Drama daraus machen.)

Roy ist auf jeden Fall sehr engagiert, hat Bock und ich wünsche ihm einen guten Start und verbleibe mit Geiges Worten über den Platz (wenn die Baustelle wieder weg ist): 

Und: der Platz ist gar nicht so schlecht. Oder sogar gut, wie der Stuttgarter nie sagen würde. Aber irgendwie sitzt man gut entspannt mittendrin und kann viel glotzen. Vielleicht ja sogar mal rübergehen und Puffgänger fragen, ob sie nicht Bock auf’n Selfie haben und ob die Gattin auch bei Instagram ist?

Consafos
Königstraße 33/Joseph-Süss-Oppenheimer-Platz
Öffnungszeiten: Mo & Di 08 bis 21, Mi bis Fr 08 bis 01, Sa 10 bis 01, So zu
www.facebook.com/ConsafosStuttgart

P.S.: Musik läuft natürlich im Consafos auch, aber fürn DJ hat es keinen Platz. Sir Ed hat die passende Sound-Architektur entworfen, zumindest könnte es so auch klingen. Schön Soul und so.

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