Dieser Herr – und seine ganze Posse – ist mir im Laufe der Kessel-Jahre (bzw. Kessel-Monate) schwer ans Herz gewachsen, auch wenn er sich manchmal etwas altklug gibt und den “Teacher” raushängen lässt.
Das ist wiederum gar nicht böse gemeint, sondern macht ihn zumindest für mich noch sympathischer. Und falls mir die Argumente ausgehen, erinnere ich ihn einfach an sein mieses Comunio-Team.
Florian Ehing hat im Dezember 2008 einen der ersten Gast-Mixes für diese Rubrik abgeliefert, ein Slo-Mo-Disco-Ding, wenn ich mich recht erinnere, und seither laufen wir uns ziemlich oft virtuell wie im echten Leben über den Weg. Dabei wurde schon der eine oder andere Kurze an so mancher Bar vernichtet.
Gemeinsam mit seinen Kompagnons Stare, Rob Lando, Daniel und wie sie alle heißen kämpft Florian mit großem Idealismus um ein kleines bisschen Deepness bzw. neben-der-Spur-fahren im Stuttgarter Nachtleben.
Das tun sie bei ihrer Partyreihe Thursdays don´t suit very well, jeden ersten Donnerstag im Monat im Rocker 33 Mini Club, bei diversen Basement-Partys (zwei Turntables und los gehts) oder demnächst bei der Party Belle Etage (26.3) mit Gerd Janson und Marc Schaller über dem Rocker Foyer.
Man bucht DJs, die sonst keiner bucht und erfreut sich an sehr selten in der Stadt gehörter Musik – und mit ihnen erfreuen sich immer mehr andere Menschen. Man muss manchmal halt einfach nur mal machen.
Auch Foffies Mix ist zumindest für mich ein ganz Besonderer. “I call it brezel house. knusprig und weich zugleich”, sagt der Comunio-Meister 2023. Seine “Freestyle Selection” verbirgt euphorische Hochs und melancholische Tiefs, bleibt aber immer deep und tief verträumt. Ein Wohnzimmer-Mix zum einen, ich wiederum könnte aber auch darauf tanzen und bei Mole People fast weinen.
Ganz ehrlich: Ich hätte nie, wirklich nie gedacht, dass 4,1 Millionen Menschen SOKO Stuttgart anschauen, wie ich vorhin erfahren habe.
Ich dachte eher so max 1,5 Millionen vielleicht. Damit hat man gestern zumindest mal in der Gesamtchart (Platz 6) sowohl die famose Echo-Verleihung (Platz 12) als auch den Kick-Off des unsäglichen Rumgekreische, Staffel 468 (Platz 14) geschlagen.
Allerdings steht SOKO Stuttgart in der ach-so-wichtigen werberelevanten Zielgruppe der 14 bis 49jährigen mit einem Anteil von 6,1% deutlich schlechter da als Heidi. Der ollen Kreissäge hingegen hängt die Kundschaft an den Brüsten.
Will auch heißen, SOKO Stuttgart gucken trotz pfiffigen jungen Team entweder nur Kleinkinder (glaub net) oder Fast-Rentner, Omis und Opis – und halt ich.
Ergänzend zu den Partytipps noch zwei weitere Hinweise, bzw. ein Reminder. Heute Abend ab 17:00 Uhr findet der erste Nachtkonsum Flohmarkt statt.
Freuen sich ja dodal viele drauf. Die Idee kommt aus München und ist ja auch prinzipiell cool. Man kann bis spät nachts rumstöbern und wird von Live-Musik beschallt. Mehr Infos auf der Homepage.
Dann hab ich es gestern versäumt auf die neue Ausstellung im Flashgib hinzuweisen, dachte nämlich heute gehts los.
Vernissage war aber schon gestern Abend. Marcus Fischer feiert gerade wohl eine kleines Comeback in Stuttgart, nachdem er (für mich) sang und klanglos vor einigen Jahren nach Berlin ist.
Die Ausstellung “SOB – Streets Of Berlin” geht noch bis 27. März, also man hat noch nix verpasst. Außer die Vernissage halt, aber das ist ja nur zwingend schlimm.
“The exhibition shows silkscreen prints by Marcus Fischer with typical sights of Berlin’s cityscape like Großer Stern, Brandenburger Tor or Checkpoint Charlie which are symbols for Berlin like the modern architecture, contemporary art and the musical culture of the young metropolis, which attracts people from all over the world.
Special for this exhibition, Fischer created a silkscreen print of the Stuttgarter Fernsehturm, planed and constructed by Fritz Leonhardt which became a well known landmark of Stuttgart.”
All posters are limited to 100 pieces and based on photographs taken by Fischer.”
Gibt es eigentlich eine exakte wissenschaftliche Erklärung für das Phänomen: “Oh Mann, seit heute früh habe ich das Scheiß-Lied im Ohr und bekomme ich es einfach nicht mehr los.” Und? Hä? Hä!?
Passiert mir relativ selten, aber doch oft genug. Gestern morgen bin ich aufgewacht, und man hat ja den Song XY nicht gleich unmittelbar drinne, aber kurz danach, sobald man den ersten Fuß auf dem Boden hat, und schon summte ich im Bad “Don´t stop the Music” von Rihanna.
Es gibt zwar noch fiesere Songs von der Kleinen (okay, für manche ist das sicherlich eine Vergewaltigung an MJ), aber ich habe zu besagten Tune trotzdem keine allzu emotionale Bindung und zu Rihanna allgemein sowieso nicht. Ich wusste auch bis gestern Abend nicht, dass die Olle Subbr-Schdar-Gascht beim Blödo, äh, Echo ist. Also warum habe ich so einen Schmarn im Ohr und singe ihn?
Das Kuriose ist, aber vielleicht geht es da auch nur mir so, das Morgen-Ohrwurm-Phänomen bringt ja mit sich, dass man immer einen Schrott im Schmalz hat.
Logisch, einen ordentlichen Techno-Track ins Ohr zu kriegen wird schwer, da wäre der gute alte Jaguar vielleicht mal ein Anfang, aber ich würde mich auch schon freuen, wenn ich mal mit “Izzo” von Jay-Z aufwachen würde oder wenigstens mit “Empire State” anstatt mit dem Anton aus Tirol.
Wie auch immer, dieses Wochenende laufen mal mehr, mal weniger Ohrwürmer in Stuttgarts Discos.
Zwei absolute Experten für feine Perlen sind sicherlich die Herren Herzer und Vogel, von Beruf Diskotheker. An dieser Stelle wollen wir gleich mal den Flyer des Wochenende küren. Da isser!
Tight. Der Typ mit der Brille ist DJ Skully beim Disco-Löten, 1991 im JH West. Und elektronische Discomusik klingt jedenfalls nice.
Im Moulin Rouge hat man kurzerhand das Programm umgeschmissen. Ursprünglich war Markus Fischer geplant, nun steht DJ Passion mit einen Herrn namens Bow Tie (früher DJ Hit) an den Decks.
Sicherlich ein würdiger Ersatz für den früheren Discodöner. Man wird ihn bei diesem Programm nicht vermissen.
Im Beat! Club wirds noch etwas rougher als im Rouge, denn hier klopfen folgende Herrn:
Okay, oben rechts klopft nicht, das ist der Herr Veranstalter. Wollte halt zwischen Busy, Denson und Swist auch mal selbst aufn Flyer, kann ich verstehen, denn wer will das nicht?
Im Mono steigt eine weitere Ausgabe der Partyreihe “What The Fuck?”
Normalerweise legen bei dieser Party Crischa und Rockin Sebastian Back2Back ein Mix zwischen Rap, Funk und Soul auf, dieses Mal ist aber noch Änna mit im Boot.
Nicht weit davon entfernt im Club Messalina ist seit gut zwei Monaten die Red Light Party angesagt.
Mein Urteil zum Flyermotiv spar ich mir mal, ansonsten ist das soweit ich mitbekomme eine nette Gschichte. Das Messalina ist normalerweise ein Puff, Freitagabends wird aber nicht angeschafft, sondern was an der Bar weggeschafft. An den Decks good old DJ Eastwood, bekannt aus Funk und Transit, bedeutet HipHop plus Family.
Wer hingegen auf Däschno steht kommt im Römy auf seine Kosten. Der Yugo richtig nämlich eine Tonsport aus.
Der hat mit Tube & Berger die fette Ruhrpott-Breitseite am Start, die bei ihren Gigs immer eine schöne Show abziehen sollen. Machen so Techno-Electro würde ich sagen. Support auch fein: Super Super dürfen sich mal Tech-House-mässig austoben und den Rave Rave sein lassen.
Im Toy verbünden sich Schoeni und Walki mit den Pauls Artists.
Ey genau, voll der Toy-Tipp! Hat sich doch neulich einer beschwert, dass wir da nie was drüber bringen würden. Hier also Toy! Fett! Geil! Hingehen!
Im Rocker hofiert man am Freitagabend K-Paul (rechts) vom Fasnetverein Lexy & K-Paul.
Ob der solo auch Fasnet ist, weiß ich nicht. Ich habe im Kopf, Lexy wäre eher der “coolere Part” und nicht so der Draufprügler. Rechts im Bild übrigens Herr Broombeck, dessen Namen ich zwar schon häufig gelesen habe, aber sein Sound komplett an mir vorbei ging. “The funkiest Techno Affair 2009″ heißt es im Rocker Pressetext. Und ich kenne ihn nicht. Damn.
Außerdem mit dabei unser Alexander Maier und die Visual-Künstler Frischvergiftung. Allgemein kann noch festhalten, dass man heutigen Freitag ziemlich was los ist.
Für Samstag habe ich weniger Partys gefunden. Da wäre zum einen nochmals der Korben, dieses Mal im Moulin Rouge und mit Gast-DJ André Hommen.
Der 22jährige released auf Dennis Ferrers Label Objektivity, kann man hören das Zeug.
Etwas älter als 22 sind diese Herren:
Berliner Urgesteine, Poker Flat Zugpferde, seit 3000 Jahren im Geschäft, egal ob live oder an den Decks, Cle und Mike Vamp wissen was sie tun. Bestimmt auch bei ihrem zweiten Gig im Romy.
Direkt um die Ecke im Climax startet die neue Partyreihe Primus…
…das zum neuen Event-Highlight des tiefergelegten Clubs werden soll. Für die Erstausgabe hat man Jamie Anderson gebucht, der schon auf verschiedenen Labels ganz cooles Zeug veröffentlicht hat. War auch soweit ich weiß noch nie in Stuttgart.
Und was wäre ein Wochenende ohne den Rave-Wahnsinn?
Letzte Woche hat man sich kaputt geraved, am Samstag strömt der Mob ins Rocker. Den Main-Act kenne ich leider überhaupt nicht, ist aber vom weltberühmten Dim Mak Label, also wird der vielleicht schon was können. Guter Warm-Up für die Bloody Beetroots am kommenden Donnerstag.
Um 300% zärtlicher wird es am Samstag hingegen hier:
Wow! Blicks jetzt erst, DJ Mad von den Beginnern ist dieses Mal bei der Reihe dabei, die im Januar begann. War ich damals dort und war total positiv überrascht. Vom Bix, vom coolen Sound, der entspannte Atmosphäre und wie das alles vom Publikum angenommen wurde. Um 22:00 Uhr war da schon Einlassstop, also früh hingehen.
Meine Wenigkeit ist heute Abend geistig wie körperlich zu 120% in der Suite anwesend und morgen Abend sind die einzigartigen Ramilios aka The Neighbours feat. DJ Emilio von der S-West Neighbour Foundation im Tonstudio. Mit oder ohne Shirt. Also fast so ein gutes Line-Up wie beim Heimspiel 2010.
Wow, Nr. 46, wir nähern und langsam aber sicher dem Ende dieser Serie. Und zu meinem heutige Album gibt es wieder ein bisschen was zu erzählen.
Es muss 1998 oder 1999 gewesen sein, da war ich ein paar mal im schicken Loft-Studio vom Fotografen Axl Jansen – hinten am Nordbahnhof, wo später auch Cosmium und Putte usw. ansässig waren, und wo heute Brachland ist. Axl Jansen gehört zu dieser “alten” Stuttgarter Künstler-/Musiker-Posse, wohnt inzwischen wohl in Paris und ist glaube ich ziemlich erfolgreich.
Ich sollte für das Loop Magazin einen Artikel über die Massiven Töne schreiben, es muss so die Zeit vor dem “Überfall”-Album gewesen sein. Und Axl sollte passend dazu ein Fäshn-Shuuting machen.
Das Shuuting hat fast im Eklat geendet, ich weiß nicht ob sich Schowi heute daran erinnert – denn Stylistin Sabse (vom weltberühmten Duo Sabse & Nancy) und Axls Assistentin (Namen vergessen) haben die Jungs in sehr, sagen wir mal, metrosexuelle Stylo-Outfits gesteckt – was ihnen glaube ich erste hinterher richtig bewusst wurde, und Strachi war gar nicht begeistert. Wurden aber glaube ich trotzdem abgedruckt, vier ganze Seiten Alter!
Auf jeden Fall lief bei meinem ersten Besuch beim sehr sympathischen Axl sehr coole Musik, und ich hab ihn gefragt was das ist. Jay-Jay Johanson hat mir gar nichts gesagt, hat mir aber gefallen, und dann hat der Axl gesagt: “Komm, ich brenn Dir die CD!”