From the daily archives:

Dienstag, März 2, 2010

One Turntable and no Microphone

Dienstag, 2. März 2010 // 18:00 Uhr // Thorsten W.

Jetzt, wo das Elend vorbei ist, kann ich ja drüber reden: Ich hatte lange Zeit keinen Plattenspieler zu Hause. Ein “richtiges” DJ-Set hatte ich ja noch nie, aber zumindest immer einen Technics zum Anhören (keinen 1210).

Der hat dann vor einiger Zeit ungefähr zu der Zeit den Geist aufgegeben, als ich auch kein Vinyl mehr gekauft habe. Also hat sich seitdem mein Bedarf in Grenzen gehalten. Aber ab und zu hätte ich schon gern mal wieder in die ein oder andere Platte reingehört.

Jetzt kam die Rettung in Gestalt meines Schwiegervaters. Der hatte noch obiges Prachtstück von Dual im Keller, und er hat es mir großzügig überlassen. Hammer Teil!

Mit eingebautem Verstärker und samt Boxen, sogar Tapedeck oder Tuner kann man anschließen! Außerdem ist es ein Automatik-Plattenspieler, d.h. man legt den Hebel auf “Start”, und schon bewegt sich der Tonarm von ganz alleine an den Anfang der Platte – it’s Magic!

Der Sound geht auch völlig in Ordnung und lässt sich mittels eines einfachen Equalizers sogar noch einstellen.

Unter dem Tischchen ist übrigens mein anderes Prachtstück zu sehen, ein Original altes Grammophon mit Kurbelantrieb, das mein Patenonkel selbst restauriert und mir zur Hochzeit geschenkt hat. Und auf dem Plattenspieler wiederum ein alter Single-Ständer, geerbt von der Schwieger-Uroma.

Es geht doch nichts über eine anständige Verwandtschaft!

Live vom Tatort

Dienstag, 2. März 2010 // 14:26 Uhr // Thorsten W.

Jesses Gott, in Stuttgart brennt’s. Und zwar am Charlottenplatz, in dem Haus wo unten die Akademie der schönsten Künste drin ist. Riesenaufgebot an Feuerwehr, Straßen gesperrt, Rauch ausm Dach, die Omas an der Stadtbahn-Haltestelle mit Tüchle vor dem Mund.

Ich war in der Mittagspause im Edeka, also quasi hautnah vor Ort. Scheint aber was Größeres zu sein, es qualmt jetzt schon ne ganze Weile, und über meinem Kopf kreist seit ner halben Stunde ein Helikopter und hindert mich am Arbeiten.

Hier die offizielle Version in der StZ, hier und hier Bilder über Twitter und hier ein relativ unspannendes Video. Zurück ins Studio.

Stuttgart 21 meets Frontal21: Das ZDF-Politmagazin setzt sich heute Abend (Beginn 21:00 Uhr) unter dem Titel “Milliardenloch im Schwabenland” mit Stuttgarts größter Vision auseinander.

Wenn man sich die Vorabinfo zum Bericht durchliest, muss man (mal wieder) schon bissle schlucken.

“Der Bundesrechnungshof kritisiert eine Finanzierungslücke von fast 2,5 Milliarden Euro. Nach Recherchen von Frontal21 sind die Berechnungen der obersten Rechnungsprüfer den Verantwortlichen von “Stuttgart 21″ bisher unbekannt”, heißt es gleich zu Beginn im Text.

“Laut Bundesrechnungshof fehlen 1,2 Milliarden Euro für die Finanzierung des Bahnhofsprojekts selbst und weitere 1,2 Milliarden für eine angeschlossene Hochgeschwindigkeits-Neubaustrecke über die Schwäbische Alb nach Ulm.”

“Während Bahnspitze und Stuttgarter Prominenz schon den Start feierten, erregen sich viele Stuttgarter gegenüber Frontal21 über den Bau. Angesichts leerer Kassen sei das eine “komplette Verantwortungslosigkeit der Politiker”. Ein anderer Projektgegner sieht die Demokratie mit Füssen getreten. Denn 72 Prozent der Stuttgarter Bürger und über 60 Prozent der Einwohner Baden-Württembergs seien gegen den Neubau.” (Woher sie diese Zahlen haben, weiß ich nicht.)

“Der Bundesrechnungshof kritisiert zudem, dass der Bund den größten Teil der Kosten zu tragen hat. Entscheidungen über “Stuttgart 21″ hätte somit der Bundestag treffen müssen. Beschlossen aber wird über das Projekt in Baden-Württemberg.”

Dann ist noch von einem Netzwerk der Profiteure die Rede, ein Gebräu aus Politik und Wirtschaft, bei dem sich ein paar wenige frisch machen, wie z.B. ein Tunnelbohrmaschinen-Hersteller (Aufsichtsratschef Lothar Späth), der kürzlich 70.000 Euro an die CDU gespendet hat, in der Hoffnung schöne Aufträgle zu bekommen. Aber so läuft das halt nun mal.

Mehr Infos zur Sendung

Amen Break

Dienstag, 2. März 2010 // 10:00 Uhr // martin

Zwar Basiswissen für alle HipHop-, Jungle- und Drum´n´Bass-Kenner, aber passend zu Thorstens Youtube-Eintrag meinte Leser Timo, dass folgender Clip doch gerade ganz gut passen würde.

In 18 Minuten wird die Geschichte des sogenannten Amen Breaks erzählt, auf dem etliche frühe HipHop-Platten bauen und das auch die Essenz für Jungle & Drum´n´Bass ist.

Selbst so eine Nerd-Sache gucken sich über 2 Millionen Leute an.

“This fascinating, brilliant 20-minute video narrates the history of the “Amen Break,” a six-second drum sample from the b-side of a chart-topping single from 1969.

This sample was used extensively in early hiphop and sample-based music, and became the basis for drum-and-bass and jungle music — a six-second clip that spawned several entire subcultures. Nate Harrison’s 2004 video is a meditation on the ownership of culture, the nature of art and creativity, and the history of a remarkable music clip.”

So, eine Schulstunde wieder vorbei.

5 Jahre

Dienstag, 2. März 2010 // 8:00 Uhr // Thorsten W.

Im Jahr 2005 begann in Italien die Umsetzung des Rauchverbots, wir wurden Papst, Oskar Lafontaine trat aus der SPD aus, in London wurden Terroranschläge auf U-Bahn und Bus verübt, der Hurrikan Katrina vernichtete New Orleans. Und YouTube wurde gegründet.

2005, also erst vor fünf Jahren? Ja, ich war auch etwas überrascht, als ich in der letzten Woche über den Geburtstag des längst von Google gekauften Videoportals gelesen habe. Irgendwie kann man sich heute ein Leben im Netz ohne YouTube nicht mehr vorstellen – hier kurz ein Video im Blog gepostet, dort einen lustigen Film von nem Kumpel bekommen oder einen alten Song recherchiert.

Ich gebe ja zu, ich bin bei neuen Trends im Netz eher “Early Adopter” als “Early Bird”, deshalb verstand ich den Sinn von YouTube anfangs nicht so ganz. Damals waren auch DSL-Leitungen noch nicht so verbreitet bzw. nicht so schnell.

Das Video oben ist glaube ich eins, wenn nicht das meist gesehene Video auf YouTube im letzten Jahr – 52 Millionen Leute haben über das zugedröhnte Kind gelacht. Wow. Für eine Präse im Büro sind mir neulich noch ein paar weitere sehr interessante und erstaunliche Zahlen rund ums Thema Social Communities und Web 2.0 über den Weg gelaufen – here we go:

3 von 4 Amerikaner nutzen “Social Technologies” (Forrester 2008)

2/3 aller Internetnutzer weltweit besuchen Soziale Netzwerke (Nielsen 2009)

Das Besuchen Sozialer Netzwerke ist die 4. beliebteste Tätigkeit im Internet – noch vor Email (Nielsen 2009)

13 Stunden Videomaterial wird jede Minute bei YouTube hochgeladen

412,3 Jahre würde es dauern, alle Videos bei YouTube anzuschauen

100.000.000 Videos werden jeden Tag bei YouTube angeschaut

13.000.000 Artikel sind auf Wikipedia abrufbar

3.600.000.000 Fotos sind auf flickr hochgeladen (Juni 2009)

Um 1382% ist die Zahl der Twitter-User von Januar bis Februar 2009 gewachsen

3.000.000 Tweets werden im Durchschnitt pro Tag über Twitter verbreitert

5.000.000.000 Minuten werden jeden Tag auf Facebook verbracht

1.000.000.000 Links, Bilder, News und andere Meldungen werden jede Woche bei Facebook gepostet

5.000.000 aktive Supporter hat Barack Obama, verteilt auf 15 Soziale Netzwerke